Irischer Autor Paul Lynch gewinnt Booker-Literaturpreis
In «Prophet Song» zeichnet Lynch eine dystopische Vision von Irland in den Fängen des Totalitarismus. Protagonistin ist eine vierfache Mutter und Wissenschaftlerin, die eine schreckliche Entscheidung treffen müsse, nachdem ihr Mann von der neu gegründeten Geheimpolizei entführt wurde.
Lynch erhielt die Auszeichnung aus den Händen seines Vorgängers, dem aus Sri Lanka stammenden Autoren Shehan Karunatilaka. Lynch ist erst der fünfte irische Autor, der den Preis erhält. Er sagte laut Nachrichtenagentur PA nach der Verleihung: «Dieses Buch war nicht leicht zu schreiben.» Der rationale Teil von ihm habe geglaubt, dass er seine Karriere mit dem Schreiben dieses Romans aufs Spiel setze. «Aber ich musste das Buch trotzdem schreiben. Wir haben keine Wahl in solchen Angelegenheiten.» «Prophet Song» sei durch den Krieg in Syrien und die Flüchtlingskrise inspiriert worden.
Im September hat er PA gesagt, dass das Buch nicht unbedingt eine Warnung vor autoritärem Regierungssystem sein müsse, da es so etwas bereits gebe. Was diesem Buch zugrunde liege, sei das Gefühl des liberal-demokratischen Abrutschens, das in den letzten sechs, acht, vielleicht zehn Jahren weltweit stattgefunden habe. Autoren und Autorinnen wie Margaret Atwood, Hilary Mantel und Salman Rushdie waren frühere Booker Prize-Gewinner.