Star-Fotograf Oliviero Toscani gestorben
Oliviero habe «seine nächste Reise angetreten», hiess es in der Mitteilung seiner Familie. Der Präsident der Toskana, in der Toscani zuletzt lebte, würdigte den Fotografen als «Meister der Fotografie und Freigeist». «Sein Genie wird uns weiterhin inspirieren», schrieb Eugenio Giani in den sozialen Medien.
Zuletzt litt er an unheilbarer Krankheit
Im August offenbarte Toscani in einem Interview, an der Krankheit Amyloidose erkrankt zu sein - einer seltenen Krankheit, die zu Organversagen führt. «Praktisch lagern sich Proteine an bestimmten lebenswichtigen Punkten ab und blockieren den Körper. Und man stirbt. Es gibt keine Heilung», erklärte der Fotograf. Zuletzt habe er sich einer experimentellen Behandlung unterzogen.
Toscani hatte in den 80ern und 90ern mehr als 15 Jahre lang Werbekampagnen für Benetton fotografiert, bis sich die Wege von Fotograf und Firma trennten.
Mehrfach wurde ihm vorgeworfen, mit der Auswahl seiner Motive - Magersüchtige, Aids-Kranke, zum Tode verurteilte Häftlinge - zu provozieren. Nach einer kurzen Rückkehr beendete der Konzern 2020 die Zusammenarbeit mit Toscani.
Schockfotos sorgten für Furore
Für Furore sorgten seine Abbildungen eines Priesters und einer Nonne, im Kuss vereint, eines blutverschmierten Neugeborenen noch an der Nabelschnur oder eines Aids-Kranken auf dem Sterbebett. Auch Kondome in allen möglichen Farben waren auf seinen gefeierten Fotografien zu sehen. Er zeigte seine Bilder auch vielfach in zahlreichen verschiedenen Ausstellungen, auch in Deutschland.