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Kultur

GPK nimmt sich der Causa Kunz an

Die Causa Kunz wird nun doch genauer unter die Lupe genommen. Die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates betont allerdings, dass es sich nicht um eine Untersuchung handelt.
11.10.2017, 04:30 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Schon Ende Juni, kurz nachdem bekannt geworden war, dass Stephan Kunz nicht mehr als Direktor des Bündner Kunstmuseums erwünscht ist, drohte die SP Regierungsrat Martin Jäger mit der Geschäftsprüfungskommission (GPK). Die Partei wollte die Querelen rund um die Absetzung von Kunz untersucht haben.

Entsprechend erfreut zeigt sich Philipp Wilhelm, Präsident der SP Graubünden, nun über die Ankündigung von GPK-Präsident Robert Heinz, «dass der GPK-Ausschuss des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements sich der Sache annehmen wird». Getrübt wird Wilhelms Freude auch nicht von Heinz’ Weigerung, die Sache als Untersuchung zu taxieren. «Heinz kocht die Angelegenheit herunter», sagt Wilhelm dazu. Die Ankündigung der GPK seien Good News. In seinen Augen handle es sich um nichts anderes als eine normale Untersuchung. «Dies ist auch nötig, denn es ist wichtig, die Causa Kunz aufzuarbeiten – zu viele Fragen sind noch offen.»

«Unterliegen der Schweigepflicht»

Wie Heinz erklärt, wird sich die Gesamt-GPK erst nach den Abklärungen und der Orientierung durch den Ausschuss mit der Sache befassen. Eine Abklärung sei nichts Spezielles und sei keine Untersuchung. «Untersuchungen macht der Staatsanwalt.» Es brauche jetzt eine Abklärung des Ausschusses, danach entscheide die Gesamt-GPK, wie es weitergehen werde. Mehr könne er nicht dazu sagen, denn man unterliege der Schweigepflicht.

Dass die Causa Kunz vor die GPK kommt, hatte auch Linard Bardill als Vertreter der Aktion Bündner Kunstmuseum gefordert. Der Liedermacher zeigt sich angesichts von Heinz’ Ankündigung jedoch skeptisch. «Ich werfe Heinz Befangenheit vor, denn er kennt Barbara Gabrielli, die Leiterin des Amtes für Kultur, bestens.» Heinz könne doch nicht sagen, dass es keine Untersuchung brauche. Auch dass der Ausschuss nur die Causa Kunz untersuchen soll, findet Bardill falsch. Gabrielli habe viele weitere fragwürdige Entscheide zu verantworten. «Das Bündner Kunstmuseum ist nur die Spitze des Eisbergs eines Systems von Einschüchterung, Bossing und Mobbing.» Bardill fordert, dass eine unabhängige Ombudsstelle geschaffen wird und dass die GPK Betroffene befragen darf, die bereit sind auszusagen.

Die Co-Direktion als Lösung

Bardill trat als Wortführer in Erscheinung, als sich im Juni Widerstand gegen den Entscheid Jägers formierte. Nach einem Proteststurm machte der Kulturminister einen Rückzieher und setzte mit Hans Hatz einen Mediator ein. An den darauffolgenden Gesprächen waren auch Jäger und Gabrielli beteiligt. Als Lösung wurde der Öffentlichkeit eine Co-Direktion mit Kunz und Nicole Seeberger präsentiert.

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