Der Samichlaus behauptet sich im Glarnerland gegen die US-Konkurrenz
Wenn es in den ersten Dezemberwochen abends an der Türe läutet, werden Kinderaugen grösser. Steht ein Bekannter, der Pizzabote oder etwa der Samichlaus vor der Tür? Erklingt dazu der Ton von feinen Glöckchen, so wird wohl Letzteres der Fall sein und die Augen werden noch grösser. «Habe ich mein Zimmer immer gut aufgeräumt? War ich lieb zu meinem Geschwister?», werden sich Kinder dann etwa fragen.
Diese Zeit ist aber schon wieder vorbei. Der Mann im roten Mantel und mit weissem Bart zieht sich in seine Hütte tief im Wald zurück und bereitet sich auf die nächste Adventszeit vor. Während nun die grösste Arbeit für den Glarner Samichlaus getan ist, beginnt in einigen Ländern, vor allem in den USA, die Arbeit für den Mann mit Zipfelmütze erst so richtig: Der Weihnachtsmann soll an Heiligabend durch den Kamin klettern und Geschenke in die Stube stellen.
Woher der Chlaus kommt
Im Gegensatz zum gleich aussehenden Weihnachtsmann soll der Samichlaus, im Deutschen als Nikolaus bekannt, laut Wikipedia real gelebt haben. In der heutigen Türkei soll er im vierten Jahrhundert als Bischof «Nikolaus von Myra» für seine Grosszügigkeit gegenüber Kindern und Armen bekannt gewesen sein. Der 6. Dezember ist sein Gedenktag, weshalb dieser Tag auch der Samichlaustag ist.
Der Weihnachtsmann hingegen, der mit seinen Rentieren und mit seinem Schlitten durch die Luft fliegt und an Heiligabend Geschenke bringt, ist laut Wikipedia eine Kunstfigur. Sie wurde in einem Gedicht 1823 erstmals erwähnt und basiert auf dem Nikolaus. Seither wurde der Weihnachtsmann immer populärer – unter anderem wegen der bekannten Coca-Cola-Werbung, in welcher der freundliche, rundliche Mann für das Süssgetränk wirbt. Weiter werden in der Schweiz viele amerikanische Filme oder Serie geschaut, in welchen er vorkommt. Im Weihnachtsfilm «Kevin allein zu Haus» sieht man zum Beispiel einen schlecht kostümierten Weihnachtsmann, der in ein Auto steigt und eine Zigarette raucht. Immer mehr dieser Filme lassen sich einfach per Netflix streamen. Es scheint so, als würden Werbungen und Filme wie diese die Bedeutung oder die Glaubwürdigkeit des Samichlaus für Kinder verwässern.