«Andere gehen joggen, und wir entspannen uns beim Jodeln»
Schon zum vierten Mal durfte der Kübliser Jodelclub Rhätikon die Bündner Jodlerinnen und Jodler im Prättigau willkommen heissen. Rund 200 Teilnehmer fanden sich in Küblis ein, um das Publikum, aber auch sich selbst mit ihrem Gesang zu erfreuen. Unter den Mitwirkenden waren rund ein Dutzend Vereine, ausserdem diverse Kleinformationen und Einzelmusiker.
«Der Bündner Jodlertag ist ein Anlass, den wir sehr geniessen, weil wir uns dann alle treffen», sagt der Davoser Luzi Kindschi, Präsident der Bündner Jodlervereinigung (BJV), im Gespräch mit der «Südostschweiz». Gefragt, was denn das Besondere am Jodeln sei, meint Kindschi, dass es etwas Erholsames sei. «Wir singen und musizieren, weil wir merken, dass das dem Körper guttut. Andere gehen joggen, und wir entspannen uns beim Jodeln.»
Jodeln als Therapie
Das Besondere an dieser Form der Entspannung sei die Regelmässigkeit, denn die meisten Jodlerinnen und Jodler probten rund 40 bis 45 Mal im Jahr. «Bei diesen Proben kommt man weg vom Alltag. Bevor man anfängt, macht der Dirigent mit einem erst einmal Lockerungs- und Atemübungen. So wird das Jodeln effektiv zu einer Therapie», ist Kindschi überzeugt.
Die Darbietungen am Bündner Jodlertag erfolgen ohne formale Wertung, aber natürlich wollten alle mit ihrem grossen Können das Publikum begeistern, sagt Luzi Kindschi. Zudem sei der Jodlertag diesmal so etwas wie die Hauptprobe für das 30. Eidgenössische Jodlerfest vom 22. bis 25. Juni in Brig. Tatsächlich zeigten die Mitwirkenden nach dem hervorragend dargebotenen Gesamtchorlied «E gschänkte Tag» auch bei den Einzelauftritten in der Kübliser Kirche ein beeindruckendes Niveau von grosser stimmlicher Ausdruckskraft und einer faszinierenden Genauigkeit in der Tonsetzung. Das Publikum dankte dafür mit begeistertem Applaus.