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Kultur

Am Giessifäscht spielt die Musik die erste Geige

Wie verbessert man ein Fest, dessen Konzept bereits seit 36 Jahren funktioniert? Das fragten sich die Organisatoren des Rapperswiler Giessifäschts. Die Antwort: Dieses Jahr soll die Musik eine noch wichtigere Rolle spielen.
Jérôme Stern
11.08.2017, 05:00 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Janis Nüesch ist zurzeit ein viel beschäftigter Mann: Er organisiert das Giessifäscht in Rapperswil, studiert Wirtschaft – und absolviert daneben auch noch seinen Zivildienst. Kein Wunder erscheint der 24-Jährige leicht nervös zum Interview. Er komme direkt vom Zivildienst-Einsatz in einer Primarschule, erklärt Nüesch.

Zum fünften Mal richtet die Tanzzunft, die er präsidiert, heuer das Giessifäscht auf dem Giessi-Areal nahe der Seebadi aus. Grundsätzlich sei das Fest seit über drei Jahrzehnten erfolgreich, sagt Nüesch. «Trotzdem fragten wir uns, was wir am Konzept noch verändern und verbessern könnten.» So seien sie zum Entschluss gekommen, der Livemusik einen noch wichtigeren Platz einzuräumen.

Die Bands sind der Mittelpunkt

Dieses Jahr wolle man den Besuchern noch fetzigere Musik präsentieren, verspricht Nüesch. «Deshalb steht am Samstagabend die Partyband Maxin im Mittelpunkt. Sie spielen Coversongs aus allen Epochen, vom Klassiker bis zu coolen aktuellen Songs.» Man wolle die Leute zum Tanzen bringen. Zwar sei das Giessifäscht keine Streetparade, meint Nüesch: «Aber wir wollen unseren Gästen schon mitreissende Musik bieten.» Oder auch Stücke zum Mitschunkeln, fügt er hinsichtlich der älteren Zuhörer an.

Am Fest soll der musikalischen Reigen eher gemächlich beginnen: Am Samstagnachmittag eröffnet Folkmusiker Anthony das Programm. «Er zeigt gemütliche akustische Musik. Zu seinen Sounds kann man sich auch unterhalten und für den Abend aufwärmen.»

Keine Profi-Organisatoren

Die Tanzzunft könne kein perfektes, kommerzielles Fest organisieren, ergänzt Nüesch. «Wir wollen einfach einen schönen Anlass von Rapperswil für Rapperswil.» Dieser Anspruch sei ihnen wichtig. Wobei er hinsichtlich Wetter gleichwohl Vergleiche zum Seenachtfest und zum Blues’n’Jazz zieht. «Anders als bei diesen Anlässen hatten wir bis jetzt immer Glück mit dem Wetter. Deswegen durften wir stets einen kleinen Gewinn verbuchen.» Aus diesem Grund konnte das OK 2017 immerhin rund 6000 Franken für Musiker und Bands aufwerfen.

Den musikalischen Abschluss beim traditionellen Sonntagsbrunch macht das Duo Fabienne und Eric. «Sie spielen entspannte Musik, genau richtig für die sonntägliche Stimmung», freut sich Nüesch. Passend auch, weil die OK-Mitarbeiter am Sonntag sowieso alle erschöpft seien.

Bewährtes kulinarisches Angebot

So sehr das OK sein Fest musikalisch verjüngen möchte, beim kulinarischen Angebot bleibt alles beim Alten: Es gibt Giessi-Felchen, «Füürnudeln» und Grillwürste. Wobei die Essstände ausschliesslich von Freunden und Bekannten gemanagt werden. «Dass wir keine professionellen Essstände haben, ist schliesslich auch ein wichtiger Teil unseres Konzepts», meint Nüesch.

Das Giessifäscht startet diesen Samstag um 12 Uhr. Am Sonntag gibt es Brunch ab 10 Uhr. Freier Eintritt.

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