Im Glarnerland bauen wieder mehr Leute betrunken einen Unfall
Wer im letzten September, an einem Samstag oder zwischen 17 und 18 Uhr im Glarnerland herumfuhr, riskierte statistisch am ehesten, in einen Unfall verwickelt zu werden. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei Glarus hervor. Insgesamt 396 Unfälle gab es 2022, was ungefähr dem Wert des Vorjahres 2021 entspricht. Grundsätzlich bewegen sich die Zahlen auf stabilem Niveau, wie Anton Landolt, Chef Spezialdienste, ausführt.
Zwei Personen sind im Strassenverkehr gestorben. In den beiden Vorjahren hat es im Kanton Glarus keine Todesopfer gegeben. Auf der ausgedruckten Statistik, die an der Medienkonferenz verteilt wurde, ist die Opferzahl drei durchgestrichen und wurde mit Kugelschreiber nachträglich auf zwei korrigiert. Landolt erklärt: «In Engi hatte eine Person beim Velofahren einen Herzinfarkt.» Am nächsten Tag sei der Velofahrer verstorben. «Da es ein natürlicher Tod war, zählen wir das nicht zur Verkehrsunfallstatistik. Wir haben pro Jahr bis zu fünf oder sechs solcher Fälle.» Im letzten Jahr wurden mit 117 leicht mehr Personen verletzt. Das sind 19 mehr als im Vorjahr, aber auch hier könne kein eindeutiger Trend ausgemacht werden.
Mehr Alkoholkontrollen
Landolt fällt auf, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer nach der Aufhebung der Corona-Massnahmen im letzten Februar wieder in alte Muster zurückfallen: Im letzten Jahr hat der Alkoholkonsum zu 25 Unfällen geführt. 2021 waren es gerade einmal sechs. «Das zeigt uns, dass wir wieder mehr Alkoholkontrollen machen müssen», so Anton Landolt.
Die meisten Unfälle würden innerorts passieren. Die Hauptursachen sind laut der Kantonspolizei Unaufmerksamkeit, Ablenkung oder der Zustand des Lenkers oder der Lenkerin. Die vermehrten Geschwindigkeitskontrollen im Kanton haben sich positiv ausgewirkt: 2022 gab es weniger Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit. Die Zahl ging von 54 im Jahr 2021 auf 29 zurück.