Das Kulturlokal ZAK ist tot, lang lebe das ZAK in Jona
Wenn Stadtpräsident Martin Stöckling ans ZAK denkt, dann fällt ihm Stiller Has ein. Eine Handvoll Konzerte der Band habe er im Joner Kulturlokal erlebt. Das letzte kurz vor dem Hinschied des Sängers Endo Anaconda. «Man merkt, wenn man über die Jahre eine Band verfolgt, wie man gemeinsam altert», sagt Stöckling, der auch den Rapperswil‑Joner Kulturrat präsidiert. Alt ist auch das ZAK geworden; so alt, dass es dem Ende zugeht – zumindest vorübergehend.
«Das ZAK schliesst seine Türen», teilt das Zentrum aktueller Kultur mit – so der eher unbekannte ausgeschriebene Name. In der Medienmitteilung vom Montag steht aber auch: «Klar ist, wir werden in einem neuen Gewand wiedereröffnen.» Was das konkret bedeutet, erklärt auf Anfrage Martin Ricklin, langjähriger Präsident. Das ZAK werde kontrolliert runtergefahren, sagt er.
Altes ZAK nicht mehr zeitgemäss
Die Problematik ist, dass das fast ein Vierteljahrhundert alte Konzept für das ZAK Jona nicht mehr dem heutigen Zeitgeist entspricht. «Die ganze Professionalisierung trifft auch uns», sagt Ricklin. Wochenende für Wochenende wurden Künstler mit enormem Aufwand auf die Bühne geholt – und das freiwillig.
«Am schönsten war es, wenn wir den Nerv der Zeit getroffen haben», sagt Ricklin. Etwa nach der Jahrtausendwende, als die Schweizer Hip-Hop-Szene aus Bern, Basel und dem Bündnerland im ZAK ein und aus ging. Doch das war zuletzt immer weniger der Fall. Denn auch das ZAK-Team ist gealtert. Es bräuchte eine neue Generation, um die Bedürfnisse der Jungen abzuholen. «Doch wer will heute schon gratis einen Klub führen?», fragt er rhetorisch.