Wo sind die Bündnerinnen und Bündner des Jahres 2020?
von Mara Schlumpf und Kristina Schmid
Das Jahr 2020 war wahrlich kein besonders schönes Jahr. Ein neuartiges Virus hat unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Menschen sind gestorben, Jobs wurden gekündigt, Veranstaltungen verboten und das Leben, wie wir es kannten, war vorbei. Da stellte sich bald die Frage, ob die «Südostschweiz»-Medienfamilie unter solchen Umständen überhaupt einen Bündner, eine Bündnerin des Jahres wählen lassen sollte. Ist es angebracht, einen einzelnen Menschen für seine Leistungen auszuzeichnen, in einer Zeit, die von uns allen mehr abverlangt, als wir zu geben vermögen? Dafür gibt es nur eine Antwort: Nein. Nein, das wäre nicht angebracht. Dennoch möchten wir eine Auszeichnung verleihen. Wir alle haben im vergangenen Jahr Grosses geleistet. Und das gehört ausgezeichnet. Auch in Krisenzeiten.
Den Leistungen aller Menschen in Graubünden können wir nicht gerecht werden. Dessen waren wir uns stets bewusst. Grundsätzlich seid Ihr alle unsere Bündnerinnen und Bündner des Jahres 2020. Ihr alle habt es verdient, dass man Euch auszeichnet, lobt, Eure Bemühungen und Anstrengungen wertschätzt. Alle Eltern, die neben Haushalt, Homeoffice und Kindererziehung auch das Homeschooling gestemmt haben, alle enttäuschten Veranstalter, die ihre Events absagen mussten, alle Sportler, die ihre Leistungen nicht an einem offiziellen Wettkampf messen konnten, Ihr alle, die Ihr Tag für Tag mit Zukunftssorgen kämpft und trotzdem so viel leistet: Wir sehen Euch und wir verneigen uns vor Euch. Wenn wir jeden Einzelnen von Euch zu uns ins Medienhaus bitten und mit einer Medaille behängen könnten – glaubt uns, wir würden es tun.