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Graubünden

«Explorers Film Festival»

Barbara Gassler
19.11.2024, 12:00 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Nun ist er mit einer neuen Idee zurück und lanciert das «Explorers Film Festival». Dabei denkt er gross. Was dieses Jahr noch ein Pilot ist, soll in den nächsten Jahren wachsen und bald Besuchende sowie Filmschaffende aus der ganzen Welt anziehen. Davos ist für Garcia dabei der ideale Ort, weil der Name durch das WEF schon eine hohe Bekanntheit hat. «Im Vergleich mit dem Festival in Cannes hat Davos etwa doppelt so viele Plätze», erklärt der gebürtige Brasilianer. «Ich glaube, dass Davos der weltweit beste Platz ist, um ein neues, gross angelegtes Filmfestival zu etablieren, und ich arbeite schon einige Jahre an diesem Konzept.»

Als aktueller Präsident der Schweizer Niederlassung des Explorers Clubs, eine der exklusivsten Vereinigungen weltweit, nutzt er seine Beziehungen, um an Filme von bekannten Forschern und Abenteurern heranzukommen. «Viele im Rahmen von Expeditionen entstandene Filme schaffen es nie auf die grosse Leinwand. Dabei fliesst so viel Enthusiasmus und Energie in deren Zustandekommen.» Schliesslich würden sie, sehr zum Verdruss der Filmemacher, in irgendeinem Archiv verstauben. «Es gibt Tausende von passenden Filmen, die gar nie öffentlich oder nur in einem kleinen Kreis gezeigt wurden. Das heisst, wir werden auch ältere Filme zeigen, anstatt nur die Neusten wie die meisten anderen Festivals», stellt Garcia in Aussicht. Eines der Ziele des Filmfestivals sei ausserdem, den Namen Davos noch stärker mit wissenschaftlicher Erkundung zu verbinden, denn auch der Explorer Club habe sich seit Beginn der Unterstützung der wissenschaftlichen Erforschung von Land, Meer, Atmosphäre und Weltall verschrieben. «Das passt doch hervorragend zur Wissensstadt, die Davos schon jetzt ist.»

Retrospektive Luc Hardy

Die erste Durchführung des Festivals ist dank finanzieller Unterstützung durch namhafte Institutionen wie der Bayer Foundation und verschiedener US-amerikanischer Universitäten, darunter des renommierten Massachusetts Institute of Technology MIT, möglich.

Der Samstag ist von 15 bis 19 Uhr im Saal Aspen des Kongresszentrums einer Retrospektive der Arbeit von Luc Hardy gewidmet. Der Unternehmer und Umweltschützer weilt gerade an der UN-Klimakonferenz in Baku und wird von Marcelo Garcia vertreten. Gezeigt werden seine Berichte über Korallen in Panama, dem Volk der Yibir in Somalia und den Eisgiganten im Karakorum. Nach einer Pause macht man sich auf die Spuren der Polarexpeditionen von George DeLong und Ernest Shackleton.

Am Sonntag werden von 13 bis 22 Uhr im Kulturplatz verschiedene Filme gezeigt. Unter anderem wird die Legende erkundet, dass schon die Phönizier Afrika umsegelten. Oder man reist zum ostafrikanischen Vulkan Erta Ale mit seinem Lava-see. Vorgesehen ist auch das Zuschalten verschiedener Filmemacher via Video. Das Filmfestival ist für alle kostenlos und frei zugänglich. Die Filme werden alle in Originalsprache mit englischen Unter­titeln gezeigt.

Das vollständige Programm ist unter ExplorationFilmFestival.org zu finden.

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