Wie in der Rosenstadt Wasser zu Wein wird
Die Plakate sind abgehängt, die Inserate storniert: Die Reformierte Kirchgemeinde Rapperswil-Jona hat am Wochenende beschlossen, ihren Werbefeldzug für ein Ja zur Kirchenerneuerung zu stoppen. Damit will die Kirchgemeinde «die Diskussion auf eine rationale Ebene zurückbringen», wie sie in einer Stellungnahme mitteilte (Ausgabe vom Dienstag).
Für fast fünf Millionen Franken soll die reformierte Kirche in Rapperswil aussen und innen saniert werden. Die Urnenabstimmung findet am 10. Februar statt – und wirft bereits im Vorfeld hohe Wellen. Denn eine Gruppe engagierter Kirchbürger in Rapperswil-Jona hat ihren Widerstand gegen die Sanierung angemeldet und wehrt sich gegen die aus ihrer Sicht unnötige und viel zu teure Erneuerung des Gotteshauses (die «Linth-Zeitung» berichtete).
Keine Hochzeit ohne Wein
Nun wollen auch die Gegner der Kirchenerneuerung mobil machen und kündigen ein Inserat an, das in der Ausgabe vom Samstag in der «Linth-Zeitung» erscheinen soll. Mit einem Wort aus dem Johannesevangelium machen die Kirchbürger auf eine fiktive Weindegustation am 10. Februar, dem Tag der Abstimmung, aufmerksam. In Kapitel 2, Vers 1 bis 10, des Johannesevangeliums wird das Weinwunder zu Kana beschrieben, in dem Jesus Wasser in Wein verwandelt habe.
Johanna Krapf, Gruppe engagierter Kirchbürger
«Damit wollen wir sagen, dass man sich in Rapperswil-Jona nicht Sorgen machen muss, falls die Kirche an der Zürcherstrasse nicht erneuert wird», sagt Johanna Krapf von der Gruppe engagierter Kirchbürger. Das Johanneswort sei eine Anspielung auf die Ängste von Pfarrern, die befürchten, dass bald keine Trauung mehr in der reformierten Kirche über die Bühne gehen werde, weil Hochzeitsgesellschaften unter den hiesigen Umständen kein Apéro mehr angeboten werden könne. Schliesslich habe man für gesellschaftliche Anlässe, Ausstellungen, Aperitifs und Kirchenkaffees bereits eine ganze Infrastruktur im in der Nähe gelegenen Evangelischen Zentrum Rapperswil (Ezra).