Wie eine Kickboxerin in den politischen Ring steigen will
Sie hat die Politik quasi mit der Muttermilch aufgesogen: Colette Peisker ist im Herzen der Rapperswiler Altstadt aufgewachsen und im Elternhaus von Grund auf mit Politischem konfrontiert worden. Ihre Mutter ist bei der SP, der Vater Präsident des Vereins wohnliche Altstadt. «In unserer Familie wurde immerzu viel über Politik diskutiert. Meine Mutter sagte mir stets, ich soll nicht jammern, sondern etwas machen, wenn mich etwas stört.»
Ohne Jugend kein frischer Wind
Colette Peisker entspricht so gar nicht dem Bild einer Protagonistin der so oft als «unpolitisch» gescholtenen Jugend von heute. Just die aktuelle Klimadebatte, in der die heutige Jugend eine so wichtige Rolle spielt, zeige auf, dass diese ganz im Gegenteil mutig sei, findet Peisker: «Dass sich junge Leute nicht so für Politik interessieren, hat damit zu tun, dass diese von Älteren dominiert wird. Deshalb fühlen sich die Jungen von der Politik nicht angesprochen.» Dies gelte es dringend zu ändern, denn die Entscheide, die in der Politik gefällt werden, würden alle betreffen. Hinzu komme, dass die Jugend viel und anderes um die Ohren habe und kaum Zeit für die Politik.
Wenn Colette Peisker an die Bürgerversammlungen in Rap-perswil-Jona denkt, wirkt sie wenig begeistert: «Die meisten haben graue Haare. Ich bin die Jüngste an diesen Versammlungen.» Womöglich würde dies anders aussehen, wenn an einer Bürgerversammlung auch Themen besprochen und entschieden würden, die auch junge Leute beträfen. Und wenn der Stadtrat Werbung für die Versammlung machen würde. «Vielleicht ist es aber auch just an der Zeit, die Bürgerversammlung abzuschaffen und ein Stadtparlament einzuführen.»
Fakt sei, dass dank der Jugend ein frischer Wind, Bewegung, neue Gedanken in die recht eingerostete Politik Einzug halten würden. «Jede Stimme zählt für unsere Zukunft, das müssen sich gerade die Jungen merken», sagt die 24-jährige Jus-Studentin. Dass sie selber schliesslich in der Politik gelandet sei, verdanke sie einer Einladung der UGS-Parteipräsidentin: «Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und fühle mich willkommen in der Partei.»