Wie Burgen Graubünden geprägt haben
von Cindy Ziegler
Graubünden ist der Kanton der Täler (150) und Berggipfel (937). Aber es scheint auch ein Burgenkanton zu sein. Auf der darauf spezialisierten Webseite www.burgenwelt.orgsind 129 Bündner Burgen und Schlösser aufgelistet. Andere Quellen berichten von weit über 300, wobei die meisten davon wohl kaum mehr sichtbar sind.
Laut dem Historischen Lexikon der Schweiz folgte der Burgenbau in Graubünden ab dem 11. und 12. Jahrhundert dem europäischen Trend zur Monumentalität. Dominierende Elemente waren so etwa Ring- und Schildmauern sowie Haupttürme. Regionale Besonderheiten entwickelten sich eher aus der Anpassung an das Gelände, doch auch auswärtige Einflüsse sind nachweisbar. Abgesehen vom Castello di Mesocco kam der Burgenbau laut Quelle im 14. Jahrhundert zum Stillstand.
Schweizweit gibt es rund 900 Burgen und Schlösser, wobei etwa 500 als national oder regional bedeutend gelten. Im Fall einer Katastrophe oder einer Notlage würde der Bund diese Bauwerke schützen.
Burgen waren Zentren kleiner Herrschaftsgebiete und Symbole regionaler Macht. Die verstreuten Burgen in Rätien hatten keine koordinierte, militärisch-strategische Funktion. Die Bewohnerzahl einer durchschnittlichen Burg lag in ruhigen Zeiten zwischen 15 und 20 Personen.
Die Burgruinen Graubündens widerspiegeln noch heute die spätmittelalterlichen Herrschaftsverhältnisse mit vielen lokalen Adelsgeschlechtern. Der Burgenbau war im 11. Jahrhundert schon stark verbreitet und erreichte seinen Höhepunkt zwischen Mitte des 12. Jahrhunderts und dem Anfang des 14. Jahrhunderts. Im ausgehenden Mittelalter wurden viele Burgen zerstört, verlassen oder umgebaut.
Viele archäologische Funde dokumentieren das Leben der Burgbewohnerinnen und -bewohner. Bei den Funden handelt es sich meist um Gebrauchsgegestände. Sie belegen Handwerk und Handarbeit. Ausserdem weisen Bodenfunde auf die grosse Bedeutung der Landwirtschaft auf Burgen hin.
Quellen: Historisches Lexikon der Schweiz, Rätisches Museum und www.burgenwelt.org