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Graubünden

In dieses Schutzgebiet darf der Bagger ab und zu rein – mit gutem Grund

Die Umweltschutzorganisation Pro Natura hat einen ihrer beiden Weiher im Schutzgebiet Pro Niev in Feldis saniert. Er war stark verlandet – wegen eines explosionsartigen Schachtelhalmbewuchses.
Jano Felice Pajarola
05.11.2024, 04:30 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Das Pro-Natura-Schutzgebiet Pro Niev oberhalb von Feldis im Domleschg ist als Amphibien-Laichgebiet von nationaler Bedeutung eingestuft. Der untere der beiden Weiher allerdings drohte in den vergangenen Jahren zu verlanden, wie es in einer Medienmitteilung der Umweltschutzorganisation heisst: Er war wegen des hohen Nährstoffeintrags aus der Umgebung stark zugewachsen. Insbesondere der Schachtelhalm habe sich «explosionsartig» verbreitet; das Biotop habe schliesslich fast keine Wasserfläche mehr aufgewiesen. Die Rote-Liste-Arten Grasfrosch und Bergmolch hätten sich deshalb in Pro Niev nur noch schlecht vermehren können.

Dank Piste im Wasser kann eingegriffen werden

Das bewog Pro Natura laut Mitteilung dazu, das Gewässer zu sanieren – und es so umzubauen, dass der Schachtelhalm inskünftig mit einem Bagger entfernt werden kann. Unter anderem führt nun eine Bewirtschaftungspiste in den Weiher hinein. Damit werde man auf den Nährstoffeintrag und seine Folgen reagieren können, schreibt Pro Natura. Das vom Fachbüro Auin ausgearbeitete und begleitete, von einer lokalen Baufirma umgesetzte und letzte Woche abgeschlossene Projekt kostete gemäss Mitteilung knapp 120’000 Franken; möglich geworden sei die Weihersanierung dank Unterstützung durch Kanton und Bund, den Naturemade-Star-Fonds des Stadtzürcher Elektrizitätswerks EWZ, die Interessengemeinschaft Raguta, die Gemeinde Domleschg und Pro Natura selbst.

Das Schutzgebiet Pro Niev darf besucht werden, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Beim oberen Weiher ist eine «Schweizer Familie»-Feuerstelle eingerichtet. Der untere, nun sanierte Weiher hingegen «ist ausschliesslich dem Grasfrosch und dem Bergmolch vorbehalten». (jfp)

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