Wegen Niederschlägen vor dem Pfingstwochenende: Berg ob Brienz rutscht wieder schneller
Wie der Führungsstab der Gemeinde Albula/Alvra im aktuellen Informationsbulletin zum Brienzer Rutsch schreibt, hat sich die Rutschung Berg in der vergangenen Woche beschleunigt. Die Geschwindigkeiten in den Bereichen Front, Plateau und West seien bereits zuvor auf hohem Niveau gewesen, hätten nach den Niederschlägen vor dem Pfingstwochenende aber noch einmal stark zugenommen. Entsprechend durften das Dorf und die stärker gefährdeten Gebiete der Landwirtschaft über das Pfingstwochenende nicht betreten werden.
Besonders ausgeprägt sei die Beschleunigung im östlichen Bereich des Plateaus und in der Front. Auch die «Schutthalde oben» habe sich mit den Niederschlägen wieder markant beschleunigt. Es sei möglich, dass es aus dem Plateau Ost in den kommenden Tagen grössere Abbrüche gebe, die als Felsstürze auf die Schutthalde abgehen. Dies könne wiederum zu noch stärkeren Beschleunigungen der «Schutthalde oben» führen.
Stagnieren würden die gemessenen Geschwindigkeiten dagegen auf dem Rücken Caltgeras und im Dorf selbst sei gar eine abnehmende Geschwindigkeit zu beobachten.
Ungefähre Geschwindigkeiten
Plateau: 7,4 Meter pro Jahr, zunehmend
Front: 15,8 Meter pro Jahr, zunehmend
West: 13,2 Meter pro Jahr, zunehmend
Insel Ost: 3,9 Meter pro Jahr, zunehmend
Rücken Caltgeras: 1,3 Meter pro Jahr, stagnierend
Schutthalde oben: bis 13 Zentimeter pro Tag, zunehmend
Rutschung Dorf: 75 Zentimeter pro Jahr, abnehmend
Weiterhin keine Vorhersage möglich
Die vergangene Woche habe einmal mehr gezeigt, wie sensibel der Berg auf starke oder lang anhaltende Niederschläge reagiert. Die Situation bleibe angespannt und gefährlich. Noch immer gebe es für die Entwicklung in den kommenden Monaten und die Gefährdung durch die «Schutthalde oben» keine zuverlässige Prognose. Deshalb könne weiterhin nicht vorhergesagt werden, wie lange die aktuelle Evakuierung noch dauern wird. Das Dorf wurde vor bald sieben Monaten zum zweiten Mal evakuiert.