Weesen wächst, Stadt stagniert, Amden und Schmerikon schrumpfen
In Weesen ist die Zahl der Einwohner im vergangenen Jahr um über vier Prozent gestiegen. Im Gegensatz dazu stagniert die Bevölkerung in der Stadt Rapperswil-Jona (plus 0,15 Prozent). In den beiden Gemeinden Amden (minus 0,28 Prozent) und Schmerikon (minus 0,55 Prozent) hat die Bevölkerung gar abgenommen (siehe Grafik).
So stark wie in der Gemeinde Weesen ist die Bevölkerung am Obersee 2018 nirgends gewachsen – zumindest relativ betrachtet. Der Grund hierfür liegt in der regen Bautätigkeit, die in den vergangenen Jahren augenfällig zugenommen hat. Unter den zahlreichen Bauprojekten, dank denen hundert neue Wohnungen geschaffen wurden, stechen unter anderem der Staadpark an der Hauptstrasse und die Überbauung Höfenhof auf dem Pelikan-Areal an der Höfenstrasse ins Auge.
Weil die Bautätigkeit ausschlaggebender Grund für den Zuwachs der Bevölkerung gewesen sei, komme nun das Wachstum an seine natürliche Grenze, sagt Marcel Benz, Gemeindepräsident von Weesen: «Das Land, das überbaut werden kann, ist ausgereizt.» Geografisch sei Weesen aufgrund seiner Grösse stark eingegrenzt. «Und verdichtetes Bauen in die Höhe stösst schnell einmal auf Widerstand in der Bevölkerung.»
Überragender Neubau kritisiert
So hat das siebenstöckige Siegerprojekt für den geplanten Neubau «Café am See» die Gemüter erhitzt. «Das Projekt hat den Leuten die Augen geöffnet, was mit verdichteter Bauweise möglich wird, wenn in der Kernzone keine maximale Firsthöhe vorgegeben ist», konstatiert der Gemeindepräsident. Weil der Neubau am Rand der Kernzone alles andere überragt habe, sei das Projekt verbreitet auf Kritik gestossen. Nun stehe man vor einem Dilemma: Wenn eine maximale Firsthöhe in das Baureglement aufgenommen werde, seien derlei Projekte nicht mehr möglich. Ob das «Café am See» jemals gebaut werden kann, wird sich frühestens in drei Jahren zeigen. Erst einmal muss der Weesner Gemeinderat einen neuen Zonenplan und ein neues Baureglement verabschieden.