Was Muttner Grossmütter kochten
Tirggaribel, Chäsgitschäder, Spieg oder Semmelmuas: Passend zu einer Zeit, in der «Nani-Rezepte» wieder gerne zusammengetragen und publiziert werden, kann auch der Walser Erwin Wyss mit einem besonderen Kochbuch aufwarten. Allerdings geht die Rezeptsammeltätigkeit des gebürtigen Muttners und seiner Frau Margrit mehr als zwei Jahrzehnte zurück: 1997 haben sie ihr Projekt gestartet, glücklicherweise, wie Wyss heute sagen kann. «Wir konnten die Generation unserer Väter und Mütter noch knapp aktiv einbeziehen.» Inzwischen sind nicht weniger als 17 seiner kulinarischen Gewährsleute verstorben – doch ihre Rezepte leben weiter in der neuen Publikation «Muttner Küche gestern und heute».
Auch Hintergründiges
Die Köchinnen und Köche sind darin einerseits mit ihren Speisen präsent, sie sind aber auch fotografisch festgehalten. Und auf jedes Rezept – es sind insgesamt 50 – folgt eine Seite mit kulturhistorischen Hintergründen zur Geschichte von Mutten, zur Herkunft der verwendeten Rohstoffe, zu kulturellen Aspekten und Erlebnissen. Am Ende habe man als Lesender «nicht nur einen wertvollen Schatz aus Grossmutters Zeiten entdeckt», konstatiert Wyss, «sondern auch viel Neues aus der alten Zeit erfahren».
Vernissage am 5. November
Die Sammlung feiert am Donnerstag, 5. November, Vernissage, und zwar um 18.30 Uhr in der Aula der Gewerblichen Berufsschule in Chur. Durch das Programm führt laut einer Mitteilung Enrico Battaglia, für die musikalische Umrahmung sorgt Klarinettist Domenic Janett. Und anstelle eines Apéros gibt es ein Präsent vom Obermuttner Holzkochherd, Jahrgang 1863 – passend zu Grossmutters Rezepten. (jfp)
Buchtipp
Walserverein Mutten/Margrit und Erwin Wyss (Hg.): «Muttner Küche gestern und heute». 124 Seiten. 42 Franken.