Ticket-Chaos in Chur: Eine Reisegeschichte erregt internationales Aufsehen
Manchmal sind es eben doch die kleinen Dinge im Leben, die für die grössten Geschichten sorgen. Dies beweist ein kürzlich in der «Süddeutschen Zeitung» veröffentlichter Artikel, in dem ein Reisender von seinem unerwarteten Abenteuer im Churer Reisezentrum der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) berichtet.
So wollte er im SBB-Reisezentrum in Chur ein Ticket für eine Zugfahrt nach Scharans kaufen. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten schien der Triumph nahe, bis die Frau am Schalter mit Bedauern offenbarte: «I kann z Ticket nid uusdrucka.» Der Reisende, in einem Anflug von kreativer Verzweiflung, schlug vor, das Billett doch wie in alten Zeiten von Hand zu schreiben.
Darauf reagierte die Frau allerdings wenig begeistert und stornierte kurzerhand das Ticket. So stand er nun da, ein wenig verzweifelt – und ohne das entscheidende Billett in der Hand. In diesem Augenblick kam die rettende Botschaft der Frau: «Tickets gibts übrigens auch unten am Automaten.» So eilte der Reisende zum besagten Automaten. Stolz hielt er endlich ein Billett in der Hand, nur um zu realisieren, dass der Zug in diesem Moment davonfuhr.
Was sich jetzt eher nach einem schlechten Witz anhört, soll so tatsächlich geschehen sein. Aber keine Sorge, die Geschichte hat auch ihre heiteren Seiten. So schreibt der Autor gleich zu Beginn von der positiven Überraschung in der ältesten Stadt der Schweiz, wo er statt der erwarteten seelenlosen Touchscreens von lebendigen Menschen begrüsst wurde – halt ganz im Stil der guten alten Bündner Bergtradition. Wo – wenn es nach uns geht – die Begrüssungen wärmer sind als ein «Chämifüür» in einem «Maiasäss» und das Lächeln des Personals strahlender als die Sonne über dem Piz Bernina.