Vom Glück vergessen
Parallel zur aktuell laufenden Sonderausstellung «Vom Glück vergessen» führt das Heimatmuseum Davos verschiedene Veranstaltungen durch. Dabei geht es um die in der Ausstellung thematisierten Schicksale Betroffener von sogenannten «fürsorgerischen Zwangsmassnahmen». Sie, oder bei Kindern die Eltern, passten nicht in die gängige Vorstellung eines bürgerlichen Lebens, und der Staat griff «korrigierend» ein. Kinder wurden fremdplatziert, verdingt oder zwangsadoptiert. Erwachsene in Anstalten versorgt, entmündigt oder zwangssterilisiert. Wer einmal in der Mühle der Institutionen geriet, für den gab es in den meisten Fällen kein Entkommen mehr. Besonders bei Kindern begann damit eine Odyssee durch Heime und Anstalten, anstatt, dass ihnen ein «besseres» Leben geboten worden wäre. Die den Eltern angelasteten «schlechten» Eigenschaften wurden oft auf sie übertragen. Die meisten dieser Menschen litten und leiden ein Leben lang unter dem erfahrenen Unrecht. Am Dienstag 23. August, um 18.30 Uhr wird in der Aula des Schulhauses Bünda, Mühlestrasse 8, Davos Dorf, die Frage gestellt, wie die Gesellschaft mit dieser Geschichte umgeht, deren Aufarbeitung nun im Gange ist, und was wir daraus lernen können. Unter der Moderation von Christina Caprez diskutieren mit Marie Lies Birchler und Heinz Kräuchi zwei Betroffene solch fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. Sie tun dies für die Vielen, die nicht die Stärke haben, sprechen zu können. Mit ihnen auf dem Podium sind der Davoser Landammann Philipp Wilhelm und Urs Werner, Leiter der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Davos.
Im Eintrittspreis sind ein Gutschein für den Besuch der Sonderausstellung sowie ein Apéro einbegriffen.