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Graubünden

«Fragen müssen noch geklärt werden»

Südostschweiz
05.03.2025, 16:58 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Vereinspräsident Christian Kaufmann begrüsste im Guggerbachsaal die ordnungsgemäss einberufene General­versammlung. Aus dem wiederum mit Aktivitäten reich bestückten vergangenen Jahr strich er besonders die Diskussion um eine mögliche Fusion mit dem neu gegründeten Verein Dorfmuseen Davos heraus. «Es ist keineswegs so, dass der Verein Heimatmuseum beim neuen Verein partout nicht mitmachen will, wie das oft missverstanden wird.» Vonseiten des Vereinsvorstandes gebe es schlicht noch einige Fragen, die es zu beantworten gelte. «Das ist ein sehr wichtiger Entscheid», erklärte Kaufmann weiter. «Wir müssen sorgfältig überlegen, was das Richtige für den Verein, das Museum und Davos ist.»

Kurator Peter Dalbert präsentierte etwas Statistik. Er konnte eine leichte Zunahme der Besucherzahl auf fast 1200 Eintritte vermelden. Besonders erfreulich ist, dass mit über 900 Besuchen praktisch jedes Davoser Schulkind mindestens einmal im Heimatmuseum war. Zu verdanken ist das einem sehr aktiven Schulteam, das mit immer wieder neuen attraktiven Lerninhalten aktuelle Themen aufzunehmen versteht. Eine wichtige Aufgabe hofft der Kurator im laufenden Jahr abschliessen zu können: «Inzwischen sind rund 95 Prozent unserer Objekte inventarisiert.» Doch im Lager gebe es noch wunderschöne Gegenstände, die nie den Weg in eine Ausstellung gefunden hätten. «Vielleicht zeigen wir in Zukunft mal nur diese.» Buch führt der Kurator auch immer über den Arbeitseinsatz des Vereinsvorstandes. «Dieser wird immer mehr und noch immer grösstenteils in Fronarbeit geleistet.» Ein zukunftsweisendes Modell sei das nicht.

Wieder Hengerts anbieten

Ziel des Aufwandes ist es, jederzeit ein attraktives Museum präsentieren zu können und auch mit regelmässigen Sonderausstellungen die Leute immer wieder neu anzulocken. Im Zusammenhang mit der noch bis zum 25. Oktober laufenden Präsentation «Am Fuss des Zauberbergs – Davoser Alltag um 1924» werde das Heimatmuseum die während Corona aufgegebene Tradition der Museumshengerte wieder aufnehmen. Sie sind vierteljährlich angesetzt und werden jeweils unter anderem in dieser Zeitung angekündigt.

Auch wenn der Verein noch immer über ein ansehnliches Vermögen verfügt, schmilzt dieses jedes Jahr um einige zehntausend Franken. 2024 betrug der Fehlbetrag, mit dem die Ausgaben die Einnahmen überstiegen fast 33 000 Franken, und auch das Budget 2025 geht von einem Minus von über 20 000 Franken aus, wie Kassierin Sarina Tuor vermeldete. Dennoch wird der Mitgliederbeitrag unverändert belassen.

Helene Elmer übernahm es, den aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Hugo Gander aus dem Mühleteam zu verabschieden. «Vor 30 Jahren zeigtest du mir, wie die Mühle funktioniert, und warst seither immer zuverlässig zur Stelle», sagte sie.

Eine tolle Ausstellung

Sie wolle den Anwesenden den Speck durch den Mund ziehen, eröffnete Elmer kurz darauf ihren Vortrag zur bereits erwähnten Sonderausstellung «Am Fuss des Zauberbergs». Spitzbübisch endeten ihre Sätze daher immer wieder in «Mehr erfährt ihr in der Ausstellung.» Zu erfahren war aber immerhin, dass der weltberühmte Roman nicht nur im Titel vorkommt, sondern tatsächlich Ideengeber für die Ausstellung war. «Wo ist der Zauberberg?» Ausgehend von dieser Fragestellung wurden Fotos, Filme vor allem aber auch Erzählungen von Zeitzeugen zusammengetragen. Sie habe den Zauberberg durch die Augen von Einheimischen zeigen wollen, für die das Sanatoriumswesen oft eine völlig fremde Welt gewesen sei. Von Monstein aus sei man eben praktisch nie «z'Platz» gegangen, berichtete Elmer. Dennoch gelang es ihr schliesslich, mit 30 Personen Gespräche zu führen. «Sie zeigten mir Briefe, Fotoalben und wussten aus eigenem Erleben sowie aus Geschichten von Eltern und Grosseltern zu berichten. Es kam eine unheimliche Flut an Material zusammen.» Einige dieser Personen sind seither verstorben, was die damals geführten Interviews zu noch wichtigeren Zeit­dokumenten macht. «Es ist wohl unsere arbeitsintensivste Ausstellung», schloss Elmer ihre Ausführung. Doch das Ergebnis sei unheimlich toll. «Kommt und schaut selber.» 

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