Ab 2050 «Après Ski»
Die ETH Architektur-Professuren von Alexandre Thériot und Silke Langeberg hatten ihren Studierenden die Aufgabe gestellt, eine «Erstwohnungsinitiative» für Davos zu entwickeln: «Der ausbleibende Schneefall stellt Wintertourismusorte vor eine riesige ökonomische Herausforderung.» Sie fragten, was mit all den Zweitwohnungen passiere, wenn die Skitouristen nicht mehr kämen? Wie könnte obsolet werdende Bergbahninfrastruktur weitergenutzt werden, und wie könnte es gelingen, dass wichtige Bauzeugen erhalten bleiben? Das Forum Bau und Kultur Davos präsentierte die Abschlussarbeiten vor einem in grosser Zahl erschienenen Publikum. Es sollte eine spannende und lehrreiche Diskussion über die Zukunft in einem dem Untergang geweihten Wintertourismusort angestossen werden. Für ihre Antworten hatten sie die Studierenden einen Zeithorizont bis 2050 gegeben.
Das Bündaquartier
Muriel Bünker nahm sich der bestehenden Wohnsubstanz an. Sie sieht ein Bündaquartier, das zugunsten einer neuen und zunehmenden ständigen Wohnbevölkerung umgebaut werden kann. Da die Besitzer nicht mehr zum Skifahren kommen würden, sieht sie die Häuser mit ihrem Zweitwohnungsanteil von über 90 Prozent verwaist. Dazu soll der Bestand umgenutzt werden. «Ein wichtiger Unterschied zu der Zeit, als ich studierte», bemerkte Moderator Jürg Grassl vom Forum Bau und Kultur an einer Stelle. «Der Nachhaltigkeit wird viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Abreissen und neu Bauen ist nicht mehr aktuell. Den Studierenden wird beigebracht, den Bestand weiterzuentwickeln.» Genau das machte Bünker, indem sie die Innenarchitektur der Häuser hin zu den Bedürfnissen von Familien veränderte, das Quartier vom Individualverkehr befreite und die Wohnqualität durch eine parkähnliche Umgebung verbesserte. Als Höhepunkt sieht sie eines der zentralen Häuser zu einem allen zugänglichen Quartierzentrum umgewandelt. Eine Nutzung als Treffpunkt, für Aktivitäten, Läden, Ateliers soll den Austausch im Quartier fördern.