UPC-Kunden sind empört über Preisexplosion
Bruno Glaus ist empört: Der Rechtsanwalt aus Uznach zahlte für einen UPC-Anschluss der Mieter im Jahr 2016 noch 185 Franken, 2019 bereits 416 Franken. Glaus fragt sich, ob die Hauseigentümer beim Verkauf des Glasfaserkabelnetzes der Uznachcable Genossenschaft an Cablecom über den Tisch gezogen wurden. Glaus ärgert sich aber auch darüber, dass telefonische Kontaktversuche wiederholt im Niemandsland von Warteschlaufen endeten, dass UPC keine E-Mail-Verbindung für Kundenkontakte angibt und eingeschriebene Beanstandungen unbeantwortet blieben.
«Business mit Profitdenken»
Jörg Löffel, Liquidator und Aktuar bei Uznachcable Genossenschaft, beschreibt das Geschäft wie folgt: «Der Verkauf ging rechtens über die Bühne.» Der Genossenschaft sei der ganze technische Bereich zu aufwändig und zu komplex geworden. «Wir hätten laufend massive Investitionen in das Kabelnetz tätigen müssen. Von daher waren wir froh, dass Cablecom unser Netz, das auf dem neuesten technischen Stand war, gekauft hat», erklärt Löffel: Dass nun die Preise für einen UPC-Anschluss dermassen stark aufschlagen, sei absehbar gewesen.
Ich frage mich, ob die Genossenschaft beim Verkauf an UPC über den Tisch gezogen wurde.»Bruno Glaus, UPC-Kunde aus Uznach
«Abgemacht war, dass Cablecom während zwei Jahren den Preis so belässt, wie er im Jahr 2015 gewesen ist. Es war zu erwarten, dass ab dem Jahr 2017 die Preise steigen werden», konstatiert Löffel. Dass diese nun so hoch ausfallen, erklärt er mit dem Geschäftsmodell von Cablecom: «Währenddem wir auf Genossenschaftsbasis die Anlage betrieben haben, betreibt UPC naturgemäss ein Business mit dazugehörendem Profitdenken.»
Dass Cablecom die Preiserhöhungen nicht kommuniziert, versteht Jörg Löffel auch nicht. «Es ist rechtens, dass ein Mobilfunkanbieter die Preise erhöhen kann, ohne dass das Unternehmen dies begründen muss.» Löffel bereut den Verkauf des Glasfaserkabelnetzes an Cablecom nicht: «Wir hatten damals für die Genossenschaft und die Kabelfernsehanlage einen guten Entscheid getroffen. Der Schritt war wohldurchdacht.»