True Crime in Laax: Was die Polizei fand, ist kaum zu glauben
Wie ist das überhaupt möglich? Diese Frage stellte sich wohl auch die Polizei, als sie im Dezember 1993 in Laax ein Kokainlabor aushob. Aber bevor wir zum Grund für diese Frage kommen, der Reihe nach: Einer der beiden Hauptprotagonisten, im weiteren Verlauf der Geschichte Alejandro genannt, erhielt im Verlaufe des Jahres 1993 in Kolumbien den Auftrag von einer Person, die unter dem Übernamen «der Alte» bekannt war, jemanden zu organisieren, der nach Europa reist. Hintergrund für diesen Auftrag: Drogengeschäfte. Alejandro liess sich darauf ein. Unter anderem wohl deshalb, weil er mit einem Gold-Vermittlergeschäft Schulden in Höhe von 14'000 US-Dollar aufwies. Viel Geld, wenn man bedenkt, dass Alejandro durchschnittlich rund 300 US-Dollar im Monat verdiente.
Auf der Suche nach Chemikalien
Alejandro kontaktiere Francesco (Name auch hier geändert), von dem er wusste, dass dieser ohnehin vor hatte, nach Europa zu fliegen. Er brachte ihn mit «dem Alten» zusammen. Francesco erhielt den Auftrag, in der Schweiz diverse Chemikalien zu beschaffen, die später zur Extraktion von Kokain dienen sollten. Am 14. Juli 1993 begab sich Francesco in die Schweiz und traf Mitte August einen Mann namens Max (Name geändert) in Zürich. Er übergab diesem eine Liste mit Chemikalien, die für die Extraktion von Kokain notwendig sein würde.
In der Zwischenzeit wurde Alejandro in Kolumbien zu einem Spezialisten für die Extraktion von Kokain ausgebildet. Am 14. November 1993 reiste auch Alejandro in die Schweiz, wo er mit Francesco zusammentraf. Eine Woche später fand im Mc Donalds in Zürich ein Treffen mit Max statt. Die drei trafen eine Übereinkunft, dass sie in einem Appartement in Laax, welches Max organisieren würde, eine Kokainküche einrichten.
Kokain in Notenblättern
Und damit zurück zur einleitenden Frage. Die Pläne der Kolumbianer waren nämlich äusserst raffiniert. Das aus Kolumbien stammende Kokain wurde nämlich mit der Post und getarnt als Notenbücher in die Schweiz geschafft. Darum waren auch die Chemikalien, die Francesco über Mittelsmänner beschaffen wollte, von Nöten. Damit sollte das Kokain aus den einzelnen Notenblättern extrahiert werden.