Touristen im eigenen Haus
2020 dokumentierte der in Davos geborene Foto-Künstler Jules Spinatsch diese Umgestaltung und fasste sie in einem Buch zusammen: «Planetary Upgrade Piazza – Davos is a Verb». Im Januar hatte zum Jahrestreffen 2022 eine Ausstellung die Öffentlichkeit wie auch die WEF-Teilnehmenden mit den Bildern konfrontieren sollen. Nun, das Resultat ist bekannt: Das Jahrestreffen wurde verschoben, die Ausstellung und die dazugehörigen mit Bildern aus dem Buch bezogenen Würfel blieben den Hiesigen vorbehalten. Diese Woche ist die Ausstellung in leicht veränderter Form – beeinflusst durch den Ukraine-Krieg – wieder geöffnet. Auf dem Arkadenplatz laden die überdimensionierten Würfel wieder zum Spielen und Wundern ein. Anschliessend, am 27. Mai, werden sie dann verkauft.
Zur Wiedereröffnung am Samstagabend luden Jules Spinatsch und Jürg Grassl vom Forum «Bau und Kultur» zu einem Spaziergang durch die von vielen Werbelichtern beleuchtete «Global City» ein. Mit orangen Hüten als Erkennungszeichen machte sich die Reisegruppe, wie sie sich spielerisch nannten, auf, um das veränderte Davos zu erkunden. Immer mit einem frechen Spruch auf den Lippen führte Spinatsch der Promenade entlang. «2020 war hier Philipp Morris und fragte: ‹What are we doing here?› Offenbar haben sie inzwischen die Antwort gefunden. Denn sie fehlen heuer.» Wann diese Umwandlung angefangen habe, wird in der Gruppe diskutiert. Die Antwort liefert Jürg Grassl: «Das muss ungefähr fünfzehn Jahre her sein. Vorher tendierten Ladenbesitzer eher dazu, sich zu verbarrikadieren. Zu erschreckend war die Erfahrung der Mc-Donalds-Filiale im Hotel Parsenn, der die Scheibe eingeschlagen wurde.»