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Wenn Tiere in den Ferien zur Touristenattraktion werden

Verdreckte Käfige, illegaler Tierhandel und Bilder mit exotischen Tieren. Angebote in den Ferien, die nicht unterstützt und wahrgenommen werden sollten. Doch was können Feriengäste aktiv dagegen tun?

Romina
Kranz
17.07.24 - 04:30 Uhr
Graubünden
Schicksalhaftes Leben: Tiere sind oft bestimmten Situationen ausgeliefert und werden dann in zu kleinen und verdreckten Käfigen zum Verkauf angeboten. 
Schicksalhaftes Leben: Tiere sind oft bestimmten Situationen ausgeliefert und werden dann in zu kleinen und verdreckten Käfigen zum Verkauf angeboten. 
Bild Pixabay
«Gequälte Hunde, geschundene Pferde und leidende Tiere auf billigen Touristenmärkten trüben vielen Tierfreundinnen und Tierfreunden die Freude an den Ferien», beginnt eine Medienmitteilung der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz (Sust). Viele Reisende wollen zwar helfen, aber oftmals macht ihnen die Ratlosigkeit einen Strich durch die Rechnung. 

Soll nun ein Tier durch einen Kauf aus dem verdreckten Käfig gerettet werden? Ist ein Verzicht auf den Ausritt ausreichend, wenn die Pferde schon kraftlos am Wegesrand angebunden sind? Kann ein abgewandter oder missgünstiger Blick tatsächlich eine Veränderung der Situation hervorrufen? Laut Medienmitteilung hat die Sust eine Broschüre mit Informationen zusammengestellt, damit in solchen Momenten tiergerecht reagiert werden kann. 

Alle können etwas zum Wohl des Tieres leisten

«Abgemagerte Reittiere, leidende Kreaturen auf Touristenmärkten und Fotosessions mit Wildtieren, die unter Drogen stehen, sowie hungrige streunende Hunde und Katzen sind jährlich Themen, die die Touristinnen und Touristen beschäftigen und verunsichern», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Geschäftsführerin und Tierschutzexpertin von Sust, Susy Utzinger, zeigt in der Mitteilung diesbezüglich eine klare Haltung und wird wie folgt zitiert: «Jeder von uns hat als Touristin und Tourist die Macht, Tierquälerei am Ferienort zu unterbinden, allein durch sein Verhalten.»

Zu diesem Verhalten rät die Sust:

– Nicht auf leidenden Tieren reiten
Wenn sich Reisende daran stören, wie die Tierpflegerinnen und -pfleger ihre Reittiere behandeln (egal ob Pferd, Esel, Kamel oder Elefant), in welchem Zustand die Tiere sind oder wie sie gehalten werden, so soll das deutlich beanstandet werden. Stattdessen sollen Gäste lieber eine tiergerechte Reitgelegenheit unterstützen.

– Keine Tiere auf Touristenmärkten kaufenSchlechter Zustand, viel zu kleine, verdreckte Käfige – so werden laut Medienmitteilung Touristinnen und Touristen animiert, aus Mitleid auf Märkten Tiere zu kaufen. Damit wird ein Tierhandel der schlimmsten Art angekurbelt. Unter Umständen werden solche Tiere auf der Rückreise an der Grenze beschlagnahmt. Haben sie den Weg in die Schweiz überlebt, wird aus anfänglicher Euphorie schnell Alltag und viele dieser «geretteten» Tiere landen schlussendlich in Schweizer Tierheimen – sehr oft sogar mit Krankheiten.

– Keine Bilder mit Wildtieren
Junge Schimpansen, Raubkatzen-Babys, Schlangen und Raubvögel haben alle die gleiche Tragödie hinter sich: Bevor sie zur Belustigung von Touristinnen und Touristen als Fotosujet angeboten werden können, müssen sie in der Wildnis gejagt und teilweise sogar verstümmelt werden. Während ihrer «Arbeitszeit» stehen solche Tiere oft unter Medikamenten.

Weitere Tipps und Informationen bietet die Stiftung in einer Broschüre an, die kostenlos hier bestellt werden kann. 

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