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Graubünden

Eine Challenge, die tödlich endet, und ein Tanz, der verbindet: Diese Internettrends sorgten einst für Furore

«Waisch no früahner ...?» – ein Satz, der sofort alte Erinnerungen hervorruft. Die 2000er waren geprägt von verrückten Trends. Wir zeigen euch skurrile Internetphänomene, die damals angesagt waren.
online@suedostschweiz.ch
31.07.2024, 14:26 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Das Internet ist wahrlich ein endloses Karussell der Kuriositäten und manchmal beschert es uns Trends, die so bizarr sind, dass sie schon fast genial wirken. Erinnert ihr euch zum Beispiel noch an die Massen, die zu «Jerusalema» die Hüften schwangen?

Wir haben uns auf die Suche nach vergangenen Trends gemacht, die ordentlich für Furore gesorgt haben, und präsentieren hier eine Auswahl.

Ice-Bucket-Challenge

Es war das Jahr 2014, als eine wortwörtlich «coole» Challenge das Internet eroberte: die «Ice-Bucket-Challenge». Diese Challenge zielte darauf ab, Aufmerksamkeit für die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zu schaffen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung zu sammeln.

Die Challenge bestand darin, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu giessen und anschliessend andere Personen zur Teilnahme zu nominieren sowie Geld an die ALS Association oder andere Einrichtungen und Organisationen zu spenden. Die Teilnehmenden der Challenge sollten durch das kurzzeitige Gefühl der Lähmung, verursacht durch das kalte Wasser, ein Verständnis dafür entwickeln, wie sich Erkrankte ihr Leben lang fühlen.

An der Aktion beteiligten sich auch viele Prominente, unter anderem Mark Zuckerberg. Bis Ende 2014 waren weltweit 200 Millionen US-Dollar gesammelt.

Und so sah die Challenge aus: 

https://youtu.be/5W37Z6U16MY?si=7ua7Zl6rQ39GMT-7

Pokémon Go

Pokémon existiert bereits seit mehreren Jahrzehnten. Im Jahr 2016 erregte jedoch eine Neuheit aus dem Hause Nintendo, gemeinsam entwickelt mit Niantic und The Pokémon Company, grosses Aufsehen: Pokémon Go entfesselte quasi über Nacht eine weltweite, interaktive Pokémon-Jagd auf Handys und Tablets.

Mit Augmented Reality, besser bekannt als «erweiterte Realität», tauchen die Pokémon direkt in unserer Welt auf, eingefangen durch die Linse der Smartphone-Kamera. Berühmte Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen verwandeln sich dabei in Pokémon-Hotspots. An solchen Plätzen versammelten sich damals oft wahre Menschenmassen – alle auf der Mission, möglichst viele der flinken Wesen zu schnappen.

Pokémon Go gibt es auch heute noch, auch wenn der Trend wohl abgenommen hat. Also, falls euch beim nächsten Städtetrip die Langeweile übermannt, warum nicht die Sightseeing-Tour mit einer Pokémon-Jagd verbinden?

So könnt ihr euch Pokémon Go vorstellen:

Mannequin Challenge

Nun zu einer Challenge, die auf den ersten Blick «bubieifach» wirkt, allerdings ziemlich anstregend werden kann, wenn sie länger dauert. Die Mannequin Challenge eroberte 2016 die Welt im Sturm. Dabei verharren Gruppen von Menschen regungslos in Posen, die alltägliche Situationen nachahmen, während im Hintergrund ein bestimmtes Lied läuft. Eine Person filmt das Ganze und schlendert an den «eingefrorenen» Menschen vorbei.

Auch diese Challenge erfreute sich weltweit grosser Beliebtheit und wurde an den unterschiedlichsten Orten von den verschiedensten Menschen nachgestellt. Selbst Prominente wie Michelle Obama, Jon Bon Jovi oder James Corden liessen es sich nicht nehmen, an der Challenge teilzunehmen.

Und so sah das Ganze dann aus:

https://youtu.be/PxUzHrqeCxY?si=IUnyFg0ObgGhL5dN

Bottle Flip

2016 war auch das Jahr, in dem der Bottle-Flip-Trend bekannt wurde. Unter einem Bottle Flip versteht man einen Trick beziehungsweise ein Spiel, bei dem versucht wird, eine Plastikflasche so in die Luft zu werfen, dass sie sich einmal dreht und mit der Unterseite auf einer Oberfläche landet und dort stehen bleibt.

Der Trend wurde durch ein Video des 18-jährigen Michael Senatore aus den USA ausgelöst, der diesen Trick bei einer Talentshow vorführte. Es dauerte nicht lange und unzählige Nachahmervideos machten die Runde. Der Trick wurde immer weiterentwickelt, etwa mit mehreren Flaschen, oder die Flasche wurde so geworfen, dass sie auf dem Verschluss, also auf dem Kopf, landet.

Das Sinnvolle an dieser Challenge? Auch sie wurde zu einem guten Zweck genutzt. Unter anderem verwendete Michael Senatore die Aufmerksamkeit für die Kampagne «Flip for a cure», um Geld für die Krebsforschung zu sammeln.

So sieht ein Bottle Flip aus:

https://www.youtube.com/watch?v=XobNPG538jY

Jerusalema-Tanzchallenge

Die Zeit der Coronapandemie und des damit verbundenen Lockdowns war für viele Menschen herausfordernd. Doch auch während dieser schwierigen Phase sorgte ein Internettrend für einige lichte Momente: der Jerusalema-Tanz.

Gruppen von Menschen aller Art, von Polizeieinheiten bis zu Pflegeteams und sogar Pfarrerinnen und Pfarrern, fanden Freude daran, zum Lied «Jerusalema» zu tanzen. Auch in Graubünden entstanden einige dieser Tanzvideos.

Das Spital in Thusis tanzt durch die Krise

Tanz-Challenge packt auch Bündner Pfarrerinnen und Pfarrer

Die Videos von tanzenden Menschen wurden zu Symbolen der Hoffnung in einer schwierigen Zeit, passend zum Liedtext, der Sehnsucht und Hoffnung thematisiert.

Auch verschiedene Polizeikorps aus der Schweiz machten mit und begeisterten Menschen weltweit:

https://youtu.be/92WKbtocEA0?si=tgyDyA9tv99m50XB

Harlem Shake 

Ein weiterer Tanztrend ist der Harlem Shake. Dieser kurze, aber extrem intensive Tanz war endlich etwas für all jene, die nicht mit Tanztalent gesegnet wurden. Die Tanzvideos sind immer gleich aufgebaut: Zuerst sind Alltagssituationen zu sehen und eine Person bewegt sich im Takt des Songs «Harlem Shake», während die Umgebung oder die Mitmenschen gleich weitermachen wie zuvor.

Wenn im Lied die Textzeile «Do the Harlem Shake» kommt, dann gibt es einen Schnitt im Video und in der nächsten Szene herrscht eine total überdrehte Situation, in der die Menschen, die zuvor unbeeindruckt gewirkt haben, auf einmal auch tanzen – oder wohl eher herumzappeln – oft und gerne auch in ausgefallenen Kostümen.

Planking

Der letzte Trend, den wir euch vorstellen, dreht sich nicht ums Tanzen oder Geschicklichkeitskunststücke, ist aber mindestens genauso verrückt. Das sogenannte Planking – und nein, wir meinen hier nicht die Fitness-Übung – wurde um das Jahr 2009 herum zum Internetphänomen.

Beim Planking legen sich Menschen irgendwo flach hin, mit dem Gesicht nach unten – egal ob auf einer Parkbank, mitten in der Stadt oder auf einer Rolltreppe. Im Gegensatz zu anderen Trends erntete diese Challenge jedoch ziemlich viel Kritik. Einige gingen nämlich so weit, dass sie sich auf fahrende Autos oder auf hohen Gebäuden hinlegten, was leider auch zu mehreren Todesfällen führte.

So sah der Planking-Trend aus: 

Ein echtes Beispiel dafür, wie absurd manche Trends werden können.

Welcher der vorgestellten Trends hat euch am besten gefallen?

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