Zum Hauptinhalt springen
Graubünden

Theater spielen macht offensichtlich Spass

Pascal Spalinger
25.04.2024, 07:00 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Mittlerweile kann die Gruppe unter der Leitung von Oliver Suter und Bettina Zerr auf eine beachtliche Mitgliederzahl zurückgreifen, die ihr Handwerk mit viel Spielfreude ausübt.

Davon konnte sich das zahlreich aufmarschierte Publikum am vergangenen Freitag und Samstag in der Aula der SAMD überzeugen. Denn die Theatergruppe führte «Leonce und Lena», ein Lustspiel von Georg Büchner (1813–1837), auf. Der deutsche Autor schrieb das Stück 1836 für einen Wettbewerb, verpasste jedoch den Einsendeschluss und erhielt sein Werk ungelesen zurück. Im Stück um Freiheit, Liebe und Selbstbestimmung in den fiktiven Kleinreichen Pipi und Popo fehlte es zwar nicht an Humor, die für die damalige Zeit äusserst bissige Botschaft ist jedoch heute wieder aktueller denn je. Keine Arbeit dank Automatisierung und Digitalisierung, dafür Wohlstand, Konsum und persönliches Glück im Überfluss dank Demokratie und Globalisierung. Adel und Beamten waren im Theaterstück grotesk überzeichnet, die Untertanen sowie der König wünschten sich Zeit zum Denken.

Man merkte den Akteurinnen und Akteuren auf der Bühne ihre unbändige Spiellust an – alle verkörperten ihre Rollen perfekt. Livia Müller, die als Leonce eine Monsterrolle zu spielen hatte, Leonardo Lehning als Leonces Begleiter Valerio, Jeanne Ammann als Prinzessin Lena von Pipi oder Giulia Man als König Peter vom Imperium Popo ragten mit ihrer Spielkunst sogar noch aus dem homogenen Ensemble heraus. Wenn Theater mit so viel Lust gespielt wird, kann man als Zuschauer nur rufen «bitte wieder einmal!»

Mehr zum Thema: Kultur
Theater spielen macht offensichtlich Spass | Südostschweiz