Sexuelle Belästigung betrifft immer mehr Bündnerinnen
von Sara Marti und Nicole Nett
Über sexuelle Gewalt wird kaum oder nur ungern gesprochen. Trotzdem ist dieses Thema für viele Menschen im Alltag präsent. 59 Prozent der Frauen ab 16 Jahren gaben in einer Studie von «gfs.bern» an, dass sie schon einmal Erfahrung mit sexueller Belästigung gemacht haben. Dazu gehören unerwünschte Berührungen, Umarmungen, Küsse oder ein ungewollter Griff an den Po.
In Graubünden wurden im letzten Jahr 16 Vergewaltigungen angezeigt. Bei einer Strassenumfrage zeigt sich, dass sich viele Frauen schon einmal sexuell belästigt fühlten. Sie erzählen, auf welche Art das passiert ist. Und Patrick Widmer von der Kantonspolizei Graubünden sagt, wie die Polizei bei solchen Meldungen vorgeht - und wie wichtig es ist, die Polizei nach Fällen von sexueller Belästigung aufzusuchen:
Nach ein paar Monaten in der Beziehung habe es schleichend angefangen, erzählt ein Opfer von sexueller Gewalt. «Böse» Worte habe ihr Freund gegen sie gerichtet, sie geschubst, und dann auch im Bett zu Dingen gezwungen, die sie gar nicht wollte:
Wie ging es weiter? Sie sei in eine starke Depression gerutscht und die Vorfälle hätten ihr Selbstbewusstsein stark geschwächt, erzählt die Frau. «Erst nach sechs Jahren habe ich die Geschichte wirklich verarbeitet.» Sie erzählt, bei wem sie sich Hilfe holte, ob sie bei der Polizei Meldung erstattete, und wie die Reisepläne ihres Ex-Freundes ihr dabei halfen, einen Schlusspunkt unter diese toxische Beziehung zu setzen:
Wo finden Frauen im Falle von sexueller Belästigung Schutz, Betreuung und Beratung? Beim Frauenhaus Graubünden. Eine Mitarbeiterin erzählt, wie dieses aufgebaut ist und welche Arten von Unterstützung angeboten werden.
Der Standort des Frauenhauses bleibt aus Sicherheitsgründen geheim, das Team ist jedoch rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, unter folgender Telefonnummer erreichbar: 081 252 38 02.