Storace als Headliner zu einem Geburtstag, der auch ein Ende ist
Streng genommen kommt das Jubiläum ja zu spät. 2020 wäre der runde Geburtstag gewesen: 20 Jahre Blues and Rock Night Thusis. Doch Corona zwang das Organisationskomitee um Gian Monsch (69) dazu, die Jubiläumsausgabe zu verschieben – nun wird halt mit etwas Verzögerung gefeiert. Dafür aber mit hochkarätigen Acts, einem rockigen aus der Schweiz und zwei bluesigen aus dem Süden der USA.
Mit neuer Band am Start
Headliner in der roten Thusner Fiba-Halle mit einer Kapazität von immerhin 1000 Personen wird am 3. September kein Geringerer als Marc Storace sein. «Ich habe ihn letzten Herbst in der Mühle Hunziken gesehen», erzählt Monsch, «und habe mir gedacht: Das wäre doch etwas für Thusis.» Nicht zuletzt deshalb, weil er gerade von Rockfans in den letzten Jahren ab und zu gehört habe, der Event habe zwar die Rockmusik im Titel, aber etwas wenig davon im Programm. Es sei nicht ganz einfach gewesen, den legendären Krokus-Frontmann zu buchen. «Aber wir haben ihn.» Der 70-jährige Sänger und Songwriter wird in Thusis mit seiner neuen Band auf der Bühne stehen: Turi Wicki und Dom Favez an den Gitarren, Emi Meyer am Bass und Pat Aeby an den Drums. Storace – so nennt sich auch die ganze Band – werden Songs aus ihrem neuen Album «Live and Let Live» und Stücke aus der ganzen Karriere des Frontmanns seit den 1970er-Jahren spielen. Wie die neue Band tönt, hört man in der aktuellen Aufnahme von «High On Love»:
In der Szene vernetzt
Bis Storace als Hauptact die Rote Halle rockt, dürfte es gegen Mitternacht gehen – aber schon der Abend ab 18.30 Uhr verspricht hochkarätigen Musikgenuss. Den Start macht wie immer eine einheimische Band, diesmal die Rockabilly-Formation Chili con carne um Hampa Rest am Schlagzeug. Dann aber geht es ab in die US-Südstaaten, neben Chicago die favorisierten Gefilde für Monschs regelmässige Amerikareisen. In den Bluesmetropolen der USA holt er sich seit 20 Jahren nicht nur die Line-up-Inspiration für die Blues and Rock Night Thusis, er ist in der dortigen Szene auch bestens vernetzt. Bruce Sunpie Barnes beispielsweise kennt er persönlich – das Multitalent aus New Orleans kommt mit seinen Louisiana Sunspots nach Graubünden. Barnes, einst Nationalpark-Ranger, Football-Spieler und Biologielehrer, ist heute Schauspieler, Autor, Fotograf – und vor allem Blues- und Zydeco-Musiker. Er spielt neben mehreren anderen Instrumenten Akkordeon und Harmonika. Und er ist «Big Chief» der , einer der ältesten noch bestehenden Karnevalgruppen des schwarzen Mardi Gras in New Orleans.