«Mich wundert es nicht, dass das Jesuskind in einem Stall geboren wurde»
von Gabi Corvi
Nun ist sie da, die Essenz aus dreieinhalb Jahren «Stalltüre». Auf vielfachen Wunsch der Leserschaft hat Barbara Schirmer aus dem Fundus von über 200 Geschichten, die in den «Glarner Nachrichten» und der «Linth-Zeitung» abgedruckt wurden, 51 in einem 107-seitigen Buch zusammengefasst. «Meine Darlings», wie Schirmer ihre ausgewählten Leseperlen nennt, sind witzige Streifzüge durch den Bauernalltag. Pointiert verknüpft Barbara Schirmer Begebenheiten zwischen Futtertrog und Feinkost, Heuballen und Hofhunden mit Gedankengängen ausserhalb des bäuerlichen Mikrokosmos.
Als Tochter eines Schreinermeisters und notabene selbst gelernte Schreinerin aus dem zürcherischen Uster wurde sie erst durch Heirat ins ländliche Schänis «versetzt». Genauer gesagt nach Warthausen in Dorf in Schänis. Und von diesem schönen Fleckchen aus, auf dem es miaut und schnattert, knattert und summt, berichtet sie 14-täglich in ihrer Samstagskolumne. Auch die Leserinnen und Leser sind mittendrin und nicht nur dabei, wenn Gitzi das Licht der Welt erblicken, der Heukran bockt oder «ihr Bauer» den ganzen Sommer lang mit der Aebi-Lady fremd geht. «Mein Bauer» ist denn auch das «Bonmot» fast jeder Geschichte und gehört zur Stalltüre wie das Huhn aufs Stängeli.
Buchprojekt ist auch Familiensache
«Apropos, ‹mein Bauer› hat fürs Buch die ‹Stalltüre› ins ‹Tänntörli› verwandelt», erzählt Barbara Schirmer. Für die nicht-bäuerliche Bevölkerung klärt Schirmer augenzwinkernd gleich selbst auf: «Mein Bauer meinte an einem regnerisch-nassen Tag, dass es richtiges Tänntörli-Wetter sei. Was so viel bedeutet, als dass man heute gescheiter am Schärme, sprich unter dem Tänntörli stehen bleibt, um etwas zu schwatzen.» Et voilà, das «Tänntörligflüschter» war geboren.
Zum treffenden Titel kamen dann noch die liebevollen Illustrationen ihrer Töchter Viktoria und Sophia hinzu. Im ganzen Buch steckt ganz viel (Hof-)Familie drin. «Mir war es wichtig, dass alle meine vier Kinder in irgendeiner Form vorkommen und auch alle Tiere einen Platz in den Geschichten erhalten.»