Anfangs sind sich alle einig – doch dann spaltet der Tunnel
Alle sind einer Meinung. Wer hätte das gedacht? Zumindest am Anfang war dies am Montagabend der Fall. Radio-Zürisee-Moderator Martin Diener fragte die rund 50 Anwesenden im Joner «Kreuz»: «Wer von euch hat sich in den letzten Jahren nie über den Verkehr in Rapperswil‑Jona geärgert? Erhebt die Hand!» Natürlich blieben alle Hände unten.
Der Auftakt in die Debatte zum Stadttunnel war lanciert. Es sei klar, es brauche eine Lösung, schlussfolgerte Diener. «Die Frage ist, welche.» Wieso die Tunnellösung nach dem Nein dazu 2011 jetzt überhaupt nochmals auftauchte, erklärte vorgängig Stadtrat Christian Leutenegger – vom Moderator «Chef de Tunnel» genannt.
Es gebe drei Szenarien: eines mit Tunnel und Begleitmassnahmen, um den hausgemachten Verkehr zu reduzieren; eines ohne Tunnel und dafür mit stärkeren anderen Massnahmen; oder keines der beiden Szenarien fände Mehrheiten, und der Stau bleibe wie bis anhin. «Ohne zu wissen, ob wir mit oder ohne Tunnel weiterfahren, wird die weitere Planung schwierig», so Bauchef Leutenegger.
Die Ferien sind vorbei, die Strassen wieder voll. Ein idealer Zeitpunkt, um über den Stadttunnel zu debattieren, über welchen Rapperswil-Jonas Stimmbevölkerung am 10. September abstimmen wird. Das dachte sich zumindest das Gewerbe Rapperswil-Jona, welches am Montagabend zusammen mit dem Arbeitgeberverband See und Gaster ein Podiumsgespräch organisierte. Und die Organisatoren behielten recht. Die rund 50 Besucherinnen und Besucher waren zwar verglichen mit den mehreren Hundert Gästen Ende April beim ersten Podium der Stadt wenig. Da aber nur in Gewerbekreisen Werbung gemacht worden war, liess sich der Aufmarsch eben doch sehen. (wyf)
Tunnel gerät in Hintergrund
Der Tunnel war aber gar nicht das einzige grosse Thema der Debatte. Ebenso sehr drehte sich diese um mögliche Lösungen des Verkehrsproblems bei einem allfälligen Nein. Massgeblichen Anteil daran hatte Marianne Fassbind, Co-Präsidentin des Komitees Stadttunnel-Ja: «Ich will jetzt wissen, welche konkreten Massnahmen ihr wollt», forderte sie von der Gegnerseite. Als würde sie selbst das Podium moderieren, lenkte die ehemalige SRF-Moderatorin das Gespräch zum wiederholten Male.