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Graubünden

Bündner Kinder und Jugendliche sind am häufigsten auf Sozialhilfe angewiesen

Südostschweiz
05.06.2024, 11:23 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Geraten Menschen in der Schweiz in eine finanzielle Notlage, können sie sich an die Sozialhilfe wenden. Diese garantiert ein soziales Existenzminimum, wenn der eigene Lohn und andere finanzielle Hilfen nicht ausreichen oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen. Nun hat der Kanton Graubünden die Sozialhilfe-Zahlen von 2022 veröffentlicht. So wurden im besagten Jahr 2328 Personen durch die Sozialhilfe unterstützt, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Das sind 1,2 Prozent der kantonalen Bevölkerung. Der schweizweite Durchschnitt lag bei 2,9 Prozent.

Weniger Neueintritte in die Sozialhilfe

2022 habe es deutlich weniger Neueintritte in die Sozialhilfe als in den Vorjahren gegeben, heisst es weiter. 447 neue Dossiers wurden eröffnet. Im Jahr zuvor waren es 467 Dossiers und 2020 waren es 590 Dossiers. Dies weist laut Kanton auf eine gute wirtschaftliche Lage mit einer erhöhten Arbeitsnachfrage hin. Entsprechend sank auch die Arbeitslosenquote in Graubünden von 1,5 Prozent im 2021 auf 1 Prozent im 2022.

Sozialhilfequote im Kanton Graubünden im Vergleich mit der Schweiz: Der Kanton Graubünden weist eine tiefe Quote auf:

Verbesserte Erwerbssituation

Insgesamt konnten 548 Dossiers abgeschlossen werden, was mehr als einem Drittel der geführten Dossiers entspricht. Der Hauptgrund dafür ist eine Verbesserung der Erwerbssituation: 192 Personen (36,9 Prozent) traten aufgrund der verbesserten Jobsituation aus der Sozialhilfe aus. Dies ist eine leichte Zunahme im Vergleich zu 2021 mit 36 Prozent und deutlich höher als 2020 mit 26,3 Prozent, als die Situation auf dem Arbeitsmarkt aufgrund der Coronapandemie noch angespannter war.

Kinder und Jugendliche deutlich stärker betroffen

Die gesellschaftlichen Gruppen mit dem höchsten Sozialhilferisiko in Graubünden verändern sich kaum. Erstens sind Kinder und Jugendliche deutlich stärker von der Sozialhilfe betroffen als alle anderen Altersgruppen. In der Alterskategorie der null bis 17-Jährigen beträgt das Sozialhilferisiko 2,5 Prozent. Damit ist die Sozialhilfequote in dieser Altersgruppe mehr als doppelt so hoch wie der kantonale Durchschnitt. Dies liegt daran, dass Familienhaushalte häufiger auf die Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen sind als Haushalte ohne Kinder.

Zudem sind Einelternfamilien mit Kindern deutlich stärker gefährdet als alle anderen Haushaltstypen. Die Quote der Haushalte mit Sozialhilfebezug liegt im Kanton Graubünden bei 1,3 Prozent. Bei Einelternhaushalten liegt die Quote bei 12,4 Prozent.

Sozialhilfequote des Jahres 2022 nach Alter im Kanton Graubünden: Die jüngste Altersgruppe ist am stärksten betroffen.

Auch ein geringes Ausbildungsniveau erhöht das Sozialhilferisiko signifikant. Personen ohne Berufsbildung sind in der Sozialhilfe stark übervertreten. Während im Kanton Graubünden 13,6 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 25 und 64 Jahren keine Berufsbildung haben, liegt der Anteil bei den Sozialhilfebeziehenden bei 50,3 Prozent. (red)

Anstieg bei Sozialhilfebeziehenden mit Asylhintergrund

2015 nahmen die Asylgesuche in der Schweiz aufgrund der anhaltenden Konflikte in Syrien, in Afghanistan und im Irak sprunghaft zu, heisst es weiter in der Mitteilung. Dieser Anstieg zeigt sich zeitverzögert auch in der Sozialhilfe. Die Anzahl Sozialhilfebeziehender mit Asylhintergrund ist im Jahr 2022 gegenüber der Vorjahresperiode um 17 Personen auf 559 gestiegen. Damit erhöht sich auch der Anteil der Sozialhilfebeziehenden mit Asylhintergrund gemessen am Total der Sozialhilfebeziehenden von 21,4 Prozent (2021) auf 24 Prozent (2022).

Flüchtlinge mit Asyl werden in den ersten fünf Jahren, nachdem sie ein Asylgesuch eingereicht haben, vom Bund finanziell unterstützt. Bei den vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen dauert die Unterstützung durch den Bund sieben Jahre ab Einreise. Danach befinden sie sich in der finanziellen Zuständigkeit des Kantons und werden in der Statistik der wirtschaftlichen Sozialhilfe ausgewiesen.

Im Vergleich von 2016 bis 2022: Die Anzahl der Sozialhilfebeziehenden mit Asylhintergrund in der Schweiz hat zugenommen:

(red)

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