Ist die diesjährige Ernte wegen der Eisheiligen bedroht?
Sagen euch die heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia etwas? Wenn nicht, ist das kein Problem. Denn die christliche Sage um die vier Heiligen ist schon vor vielen Jahrtausenden entstanden. Es handelt sich hierbei um katholische Bischöfe und christliche Märtyrer aus dem vierten und fünften Jahrhundert. Ihnen sind die Namenstage der Eisheiligen»gewidmet. Es sind jeweils die Tage vom 11. bis 15. Mai. Vor diesen Tagen fürchten sich oft Landwirte, Gärtner oder Gemüse- und Weinbauern. Schon früher waren die Eisheiligen wichtige Stichtage. Im Mittelalter waren die Landwirtschaft und der Ertrag der Ernte essenziell für das Überleben der bäuerlichen Bevölkerung. Späte Kaltlufteinbrüche konnten die ausgesäten Pflanzen schädigen und so im weiteren Verlauf des Jahres für Hunger sorgen.
Habt ihr in diesem Jahr bereits Gemüse, Obst, Kräuter oder Blumen angepflanzt?
Angst vor Frost
Lange haben sich Bauern gefragt, was für Auswirkungen die Eisheiligen auf Pflanzen haben könnten. Vor allem durch die nächtlichen, oft kälteren Temperaturen besteht laut den Meteorologen eine erhöhte Frostgefahr bis Mitte Mai. Das ist vor allem dann kritisch, wenn Pflanzen bereits fortgeschritten gewachsen sind oder die Tage zuvor frühlingshaft und sommerlich waren. Dann könnte ein Frost die gesamte Saat zerstören. So raten manche Bauern, dass man besser erst nach der «kalten Sophia», also nach dem 15. Mai, Gemüse sät und somit die Ernte nicht gefährdet. Kälteeinbrüche gab es in diesem Jahr bereits Ende April. Die Weinbauern fürchteten sich damals vor Frostnächten, die dann aber in Graubünden ausblieben. Ähnlich verhielt es sich im Jahr 2019, wo die Weinbauern die Feuerungsmethode mittels Briketts getestet haben: