Der weltweite (Feier-)Tag für alle Kiffer
Weltweit wird alljährlich am 20. April ein rauchendes Fest des Marihuanakonsums gefeiert. In manchen Ländern dürfen Cannabisliebhaber die Feier der grünen Droge inzwischen in der Öffentlichkeit abhalten, in anderen müssen sie sich weiterhin verstecken.
Warum die Zahlenkombination 420?
Im Internet wimmelt es von Theorien und Legenden, die sich wie Nebelschwaden um diese Zahl ranken.
Zum einen behaupten Menschen, dass es sich bei der Zahlenkombination um eine geheime Marihuana-Plantage auf einer versteckten Insel handelt oder dass der Code von der amerikanischen Polizei für Cannabis verwendet wird. Andere schwören, dass Bob Dylan mit dem Song «Rainy Day Women» diese Zahlenkombination ins Leben gerufen hätte.
Dann gibt es Menschen, die glauben, dass sich Jugendliche einer Highschool immer nach der Schule um 16.20 Uhr zum Rauchen getroffen haben und aufgrund der amerikanischen Uhrzeit 4.20 dieser Zahlencode entstanden ist.
So viele Spekulationen, wobei keine einzige belegt ist. Das scheint den Konsumierenden auch eher nebensächlich zu sein. Wichtig sei, wie es zelebriert werde: «Mit Gras, natürlich!», schreibt der Schweizer CBD-Vertrieb Uweed in einem Artikel.
Laut Uweed hat sich 420 im Sprachgebrauch der Konsumierenden etabliert:
– «Ist dieser Ort 420?» bedeutet «Kann ich hier Cannabis rauchen?»
– «Es ist irgendwo 420» bedeutet «Es ist Zeit, einen zu rauchen, egal, wie spät es ist, denn es ist bestimmt an einem anderen Ort gerade 16:20 Uhr.»
– «Wir sehen uns später für eine 420» bedeutet «Ich weiss noch nicht wann ich mit all dem, was ich noch zu tun habe, fertig bin, aber wir können uns später noch zum Rauchen treffen.»
Feiern Konsumierende nur am 20. April?
Gerade am 20. April jeden Jahres scheinen viele Menschen ihren Graskonsum in den sozialen Medien zu zelebrieren. Eine klare Regel gebe es allerdings nicht, so Uweed. «‹Happy 420!› oder ‹Fröhliches 420!› ist ein Ausdruck, der nicht nur am 20. April, sondern auch sonst oft von Grasliebhabern verwendet wird.»
Die Idee hinter der Zahlenkombination sei, dass sich Cannabiskonsumierende um 16.20 Uhr einen CBD-Joint anzünden und diesen rauchen. Somit könne an jedem beliebigen Tag um die entsprechende Uhrzeit gefeiert werden.
Die kiffenden Nachbarn
Seit dem 1. April dieses Jahres ist das Konsumieren von Marihuana in unserem Nachbarland Deutschland legalisiert. Dort dürfte theoretisch ab 20 Uhr in genügendem Abstand von schulischen Einrichtungen, Spielplätzen und Kindergärten auf der Strasse der morgige Feiertag zelebriert werden.
In der Schweiz müssen Konsumierende weiterhin heimlich und versteckt hinter verschlossenen Türen rauchend den Tag des Marihuanas feiern. Mit maximal 10 Gramm für den Eigenkonsum in der Tasche dürften sie allerdings ohne Konsequenzen befürchten zu müssen das Eigenheim verlassen.