Solche Bilder aus der Landwirtschaft seht Ihr kaum mehr
Auch in der Landwirtschaft wird so viel automatisiert, wie nur geht. Ein paar wenige Bauern in der Schweiz halten aber an einer Tradition fest, welche von Hand ausgeführt wird, erzählt Valentin Luzi, Leiter der Agrarmassnahmen beim kantonalen Amt für Landwirtschaft und Geoinformation. «In der Innerschweiz wird das aber immer noch fleissig betrieben. Dort wird das Heu auch über Felswände talwärts geworfen oder von Helikoptern abgeholt. Im Kanton Graubünden gibt es das fast nicht mehr.»
Anders im Jahr 1967: Man fand auch in Graubünden den einen oder anderen Wildheuer, wie das Video vom SRF Archiv (oben) zeigt.
Was genau überhaupt Wildheuen ist, und warum es im Kanton kaum mehr einer macht, weiss Valentin Luzi: «Unter Wildheuen versteht man das Bewirtschaften von steilen Hängen, die maschinell weder bewirtschaftbar noch zugänglich sind. Das Heu wird fast ausnahmslos mit der Sense geschnitten, mit Handrechen zusammengenommen und auf dem Rücken aus den Steilflächen getragen. Die Wildheuflächen liegen in der Regel über der Waldgrenze und sind zum Teil durch Feldbänder von den übrigen Wiesen getrennt.»
Heute gäbe es kaum mehr Wildheuer, sagt Luzi. «Beispielsweise im Rheinwald, im Prättigau, in Safien und im Bergell war Wildheuen früher populär. Heute werden die Wiesen bewirtschaftet, die zumindest mit der Maschine gemäht werden können. Es rentiert sich nicht mehr, diese Flächen zu bewirtschaften.»