Seine Installationen stehen buchstäblich unter Strom
von Maya Höneisen
Schon länger beschäftigt sich Gianin Conrad mit der Wahrnehmung über den Körper. In diesem Sinne sind seine Installationen jeweils quasi Versuchsanlagen, die diese Wahrnehmung sichtbar machen. «Es geht um Neurologie, um die These, die behauptet, dass alles, was wir sehen und spüren, eigentlich ein elektrischer Impuls ist», erklärt Conrad. Diese Wahrnehmung interessiere ihn. Aus diesen Überlegungen heraus habe er darüber nachgedacht, wie solche elektrischen Impulse, die notabene unsichtbar seien, aussehen müssten.
Ein zweites Thema, dem sich Conrad widmet, sind Räume und Material. «Das Material grenzt ein Gebiet ab. Daraus entsteht ein Raum. Man könnte sogar behaupten, dass ohne Begrenzung keiner entsteht», sagt er. Diese Themen beherrschen die Ausstellung «C-Vision», die derzeit in der Gallaria Cularta in Laax zu sehen ist.
Weidezäune formen Räume
Ein erster Blick in die Schau überrascht. Vor allem das Material lässt schmunzeln. Bunte Weidezäune sind akkurat von Wand zu Wand gespannt. Beidseitig sind sie mit Isolatoren befestigt. Zusammen ergeben sie eine quer im Raum schwebende Pyramide. Davor steht ein aus Holzlatten gefertigter Würfel. Auch daran sind Isolatoren befestigt. Weidezäune? Man wundert sich. «Zäune stecken Räume ab», so Conrad. «Sie sind feine Linien in der Landschaft, die Grenzen ziehen.»
Der Besucher kann sich darin beengt fühlen, durch die Anordnung der Bänder kann aber auch Weite entstehen.»