Rollstuhl-Unfall auf Heidiweg in Bad Ragaz beschäftigt Gericht
Mitarbeiter der Gemeinde Bad Ragaz sowie Vertreter der Tourismusregion Pizol müssen sich nach einem Unfall auf einem Heidi-Wanderweg vor Gericht in Mels verantworten.
Die Anklage wirft sieben Beschuldigten fahrlässige Körperverletzung vor. Der folgenschwere Unfall geschah auf dem Heidiwanderweg bei der Bergstation Pardiel der Pizolbahnen, wie aus der Anklageschrift der St. Galler Staatsanwaltschaft hervorgeht.
Eine damals 64-jährige Frau begleitete auf einem Spaziergang ihren Mann, der aufgrund eines Unfalls auf einen Elektrorollstuhl angewiesen war. Gemeinsam waren sie zum Aussichtspunkt der Alp Schwarzbüel unterwegs. Bevor sie diesen erreichten, ereignete sich ein Unfall, der das Leben der Frau für immer veränderte.
Die Frau ist seither querschnittgelähmt
Etwa 100 Meter vor dem Aussichtspunkt geriet der Rollstuhl neben einem Abgrund ins Schlittern. Die Frau versuchte, den Rollstuhl festzuhalten und so ein Abrutschen ihres Mannes zu verhindern. Schliesslich stürzten der Mann und die Frau rund sieben Meter eine Böschung hinunter.
Beim Sturz in die Tiefe landete der Mann mit seinem Rollstuhl auf seiner Frau. Sie erlitt dabei eine Querschnittlähmung ab dem fünften Halswirbel. Der Mann verletzte sich nur leicht.
Hätte der Unfall verhindert werden können?
Der Vorfall ereignete sich im Juli 2016. Ende Monat tritt die Frau nun als Privatklägerin vor dem Kreisgericht Mels auf. Ihr Mann ist zwischenzeitlich verstorben.
Auf der Anklagebank müssen gleich sieben Personen Platz nehmen: der Gemeindepräsident von Bad Ragaz, der Leiter Bau und Betrieb der Gemeinde, der Leiter des Werkbetriebs, der CEO und der Marketingchef der Pizolbahnen sowie der CEO und der Leiter Kommunikation der Tourismusorganisation Heidiland.