Rolex verschwunden und niemand weiss wohin
Für 8000 Franken hat ein Bündner eine alte Rolex auf der Auktionsplattform Ricardo ersteigert. Die Uhr ist beim Käufer in Sedrun aber nie angekommen. Auf dem Weg von Fribourg nach Graubünden sei die Rolex verschwunden, schreibt «srf.ch». Die Uhr sei in drei ineinander liegende Schachteln verpackt gewesen und habe so kaum herausrutschen können.
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Auch nachdem sich der Betroffene sofort bei der Polizei meldete und beim Pöstler nachfragte, blieb die Uhr weiterhin spurlos verschwunden. Schliesslich gelangte der Uhrenfan durch einen Kontakt bei der Post an ein vertrauliches Dokument, das normalerweise nicht für die Augen der Kundinnen und Kunden bestimmt ist, wie «srf.ch» weiterschreibt.
120 Gramm weniger
In dem Dokument ist aufgelistet, wann das Rolex-Päckchen wo war und wann es wie viel wog. Das Spannende: 120 Gramm, also genau das Gewicht der Rolex, verschwanden aus dem Paket zwischen Mitternacht im Verteilzentrum in Frauenfeld und 3 Uhr morgens im Verteilzentrum in Untervaz. Trotz dieses Protokolls begründet die Post, dass es zu wenige Hinweise und Beweise für einen möglichen Diebstahl gebe, wie «srf.ch» schreibt.
Der Uhrenfan aus Graubünden versteht diese Haltung der Post nicht. Im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» tat er seinen Unmut kund: «Die Uhr war in drei ineinander verpackte Schachteln verpackt und konnte meiner Meinung nach unmöglich einfach so herausfallen. Das bedeutet für mich, das Paket muss von Menschenhand aufgemacht, die Schachteln herausgenommen, die Uhr vom Uhrenkissen entfernt, alles wieder zusammengepackt und weitergeschickt worden sein.»
Laut «srf.ch» spricht einiges für die These des Betroffenen. Denn die inneren Pakete, in welche die Rolex verpackt wurde, waren tatsächlich verschlossen. Und auch das Zertifikat, das Zubehör und das Echtheitssiegel waren noch vorhanden.
Post verweist auf Polizei
Weitere Abklärungen zu einem möglichen Diebstahl werde es seitens der Post wahrscheinlich aber nicht geben. Eine Post-Sprecherin erklärte, die Uhr sei gesucht, aber leider nicht gefunden worden. Auf Nachfrage von «srf.ch» heisst es zudem: «Wenn wir einen Verlust erfassen, gibt es eine Meldung an die Unternehmenssicherheit. Die Spezialisten haben in diesem Fall Stellungnahmen aller involvierten Stellen eingeholt, konnten aber keine Unregelmässigkeiten feststellen.» Dem Betroffenen wird seitens der Post geraten, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.
Das hat der Bündner zwar auch gemacht und die Kantonspolizei Graubünden bestätigt, dass der Fall noch nicht abgeschlossen sei und ermittelt werde. Trotzdem wundere sich der Betroffene über die Post, heisst es weiter. «Ich finde es extrem schade, dass die Post aktiv wegschaut, obwohl man möglicherweise ein Problem hat mit einer potenziellen kriminellen Person, die vielleicht tagtäglich irgendwelche Pakete öffnet und Inhalte entwendet. Auch von anderen Kunden», so der Uhrenfan.
Auch Pech für die Verkäuferin
Übrigens hat bei diesem Vorfall nicht nur der Käufer Pech, denn auch die Verkäuferin aus Freiburg hat sich wohl geärgert. Sie hat das Paket mit Swiss Express Mond Signature verschickt und es so nur für 1500 Franken versichert. Am Postschalter habe man sie nicht darüber informiert, dass für weitere fünf Franken eine Versicherung bis zu 5000 Franken möglich wäre. Dies, obwohl sie auf den wertvollen Inhalt hinwies, wie «srf.ch» weiterschreibt. In Folge dessen vergütet die Post in diesem Fall auch nur die 1500 Franken.