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Graubünden

Neubau Zugang Marienkirche ausgezeichnet

Davoser Zeitung
20.10.2024, 17:00 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Der Prix Lignum zeichnet national und regional den besonders hochwertigen, zukunftsweisenden und handwerklich bemerkenswerten Einsatz von Holz aus. Seit 2009 wird der Prix Lignum alle drei Jahre erfolgreich durchgeführt. Im Rahmen des Prix Lignum schreibt Graubünden Holz jeweils den kantonalen Sonderpreis für die Auszeichnung von bemerkenswerten Bündner Objekten aus. Aus dem Kanton Graubünden wurden 63 Objekte eingereicht, es waren 44 «Holzbauten» und 19 «Schreinerarbeiten». In den beiden Kategorien «Holzbauten» und «Schreinerarbeiten» zeichnet Graubünden Holz jeweils einen ersten, zweiten und dritten Rang mit einem Preisgeld von je 6000 Franken pro Kategorie aus.

Bei der Preisverleihung vom vergangenen Freitag in Landquart wurde in der Kategorie «Holzbauten» dem Neubau des Zugangs zur Marienkirche der 1. Platz zugesprochen. Bauherrin des Projektes ist die römisch-katholische Pfarreistiftung Davos. Entworfen und geplant wurde es durch Georg Krähenbühl (Krähenbühl Architekten Studio) in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Spezialität Holzbau Walter Bieler AG, Chur.

Von Davoser Seite beteiligt waren ausserdem die DIAG Davoser Ingenieure AG (Ingenieursarbeiten), Hoffmann Holzbau (Ausführung Holzarbeiten) sowie Ardüser Schreinerei (Schreiner). Weitere an der Ausführung beteiligte Davoser Firmen sind Issler Davos AG, Maleratelier Cornut Meyer, Melliger Gips AG, Mettler Prader AG, Minelli Kunstschlosserei, Minelli Spenglerei, Elektro Christoffel AG und Grischa Gerüste AG

Der Beschrieb

Auf der Webseite von Graubünden Holz wird das Projekt wie folgt beschrieben: «Die Marienkirche ist nicht nur für die Kirchgemeinde von grosser Bedeutung, sondern für ganz Davos. Denn sie ist ein identitätsstiftendes Bauwerk mit einer starken Präsenz in der Landschaft.

Das Projekt des neuen Zugangs orientierte sich am ursprünglichen Kontext und Gebäudebestand der Marienkirche. Mit dem Ziel, eine warme und einladende Atmosphäre zu schaffen, wurden alle Eingriffe harmonisch in den historischen Bestand und seine Umgebung eingebettet. Mit der Freilegung der Silhouette und des Gebäudesockels wurden die Qualitäten der Kirche wieder hergestellt, sodass die gesamte Höhe der Marienkirche erkennbar wird. Die Erschliessungen und Aufenthaltsbereiche auf dem Areal wurden bereinigt und neu ausformuliert. Alle Anbauten aus den 70er-Jahren wurden entfernt. Die neuen Dächer des Zugangs werden von massiven Holzstützen getragen. Drei räumliche Elemente mit unterschiedlichen Nutzungen und Bedeutungen geben dem Projekt seine Wirkung.

Diese sind, der das Kirchenareal querende Verbindungsweg entlang des Hauptschiffes und Einfriedungsmauer, der überdachte Treffpunkt mit der Mariengrotte und der überdachte Kircheneingang.

Ein steiler Weg führt vom Dorf bergaufwärts an den Fuss der Einfriedungsmauer. Diese geleitet die Besucher und Besucherinnen über die unterste gedeckte Treppe auf den Verbindungsweg. An der Schwelle zum Kirchlichen lädt der Treffpunkt mit seinem schützenden Dach zur Andacht und Kontemplation in der Mariengrotte ein. Es ist ein Ort des Verweilens, wo kirchliche und weltliche Themen ihren Platz finden. Er bildet so den Auftakt zur höchsten räumlichen Ebene, auf die eine weitere Treppe führt. Ein zeltförmiges Dach, getragen von Holzstützen, als architektonischer Höhepunkt bildet den Eingangsbereich vor der Kirche. Mit dem tiefen Blauton zwischen den Sparren und der feierlichen Beleuchtung steht es als Metapher für den Himmel mit seinen Sternen. Es ist das Gegenüber zur Marienfigur im blauen Mantel über dem Altar.

Die klare Hierarchisierung der Architektur, das Durchschreiten unterschiedlicher Räume und Niveaus sowie die Richtungswechsel der Erschliessung ermöglichen es der Besucher und Besucherin, sich bewusst auf den Gottesdienst vorzubereiten und das Weltliche hinter sich zu lassen.

Mit der Verwendung von Bündner Bergholz aus Lärche und der Vergabe der Arbeiten an lokale Unternehmungen leistet das Projekt mit seiner architektonischen Qualität und Rücksichtnahme auf den Bestand einen wichtigen ökologischen, ökonomischen und gesellschaft­lichen Beitrag.»

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