ÖV kommt auf Wunsch: In Davos/Klosters wird mit Nachtbussen mobil gemacht
Diese Neuerung in der Region Davos/Klosters verspricht eine massive Angebotsverbesserung beim öffentlichen Verkehr in der Nacht. In den nächsten zwei Jahren testet der Verkehrsbetrieb Davos (VBD) einen Bus, der gerufen werden kann. Das kurz vor seinem Start stehende On-Demand-Angebot umfasst gemäss Mitteilung vom Montag das gesamte Gemeindegebiet von Davos inklusive aller Seitentäler samt Klosters und Saas. Die Rufbusse können nach Fahrplanende bestellt werden, wenn keine Linienbusse mehr verkehren. Transportiert werden die Fahrgäste gemäss VBD an Wochentagen von 20 bis 3 Uhr, an Wochenenden sowie während der Wintersaison sind die Kleinbusse von 20 bis 6 Uhr im Einsatz.
Die On-Demand-Rufbusse können mit der App «invia PickMeUp» bestellt werden. Die App soll gemäss Auskunft des VBD ab diesem Dienstag, 3. Juni, abrufbar und installierbar sein. So kann über das Smartphone die gewünschte Start- und Ziel-Haltestelle eingegeben und die Fahrt gebucht werden. Der Rufbus ist nicht mit einem Taxi zu verwechseln, denn bis vor die eigene Haustüre wird niemand befördert. «Der Bus holt einen an der gewünschten offiziellen Bushaltestelle ab und befördert die Passagiere zu der von ihnen angegebenen offiziellen Bushaltestelle», hatte Stefan Walser, Koordinator der Verkehrsbetriebe Davos, im vergangenen Februar zum neuen Angebot festgehalten.
Keine Zuschläge – es gelten normale ÖV-Tarife
Für die Nutzung dieses Angebots werden gemäss Mitteilung keine Zuschläge erhoben. Es gelten die gewöhnlichen Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel. Vollumfänglich gültig sind auch der Davoser Pass, Halbtax oder Generalabonnement. Ausgeführt werden die Fahrten von der Gotschna Taxi GmbH.
Erarbeitet wurde das On-Demand-Angebot vom VBD zusammen mit der Gemeinde Klosters, der Regionalentwicklung Prättigau/Davos und dem Bündner Amt für Energie und Verkehr. Die Finanzierung der auf zwei Jahre ausgelegten Pilotphase – die Kosten sollen sich gemäss früheren Angaben des VBD auf total rund eine halbe Million Franken belaufen – wird zwischen den Projektpartnern aufgeteilt. Die Gemeinde Davos übernehme rund 50 Prozent, das Amt für Energie und Verkehr 30 Prozent und Klosters rund 20 Prozent, heisst es in der Mitteilung. Zudem sei beim Bundesamt für Verkehr ein Konzessionsgesuch und eine Anfrage zur Mitfinanzierung hängig. Werde dieses gutgeheissen, beteilige sich auch der Bund «substanziell am neuen Angebot». Ein erstes Zwischenfazit soll nach der Wintersaison 2025/26 gezogen werden. Stosse der nächtliche Rufbus auf ein positives Echo, sollen die On-Demand-Busse in den regulären Betrieb aufgenommen werden.