Fahrer haut nach Unfall ab – Beifahrer tot
Das Unglück ereignet sich in der Dunkelheit der Nacht. Zwei junge Männer nutzen am Donnerstag den frisch verschneiten Atzmännig-Parkplatz, um ihr Auto herumzuschleudern. Um circa zehn Uhr am Abend gerät das Fahrzeug aber ausser Kontrolle, dreht sich um 180 Grad und rutscht am unteren Ende des Parkplatzes rund zehn Meter die Böschung hinab. Es bleibt im Goldingerbach liegen – auf dem Dach. Eine Drittperson beobachtet den Unfall und meldet diesen bei der Notfallzentrale – laut Kantonspolizeisprecher Hanspeter Krüsi ist die Person unbeteiligt.
Flüchtiger meldet sich
Der 20-jährige Fahrer entfernt sich derweil vom Unfallort. Und lässt seinen 24-jährigen, schwer verletzten Kollegen im Auto zurück. Die Strassenrettung der Feuerwehr Eschenbach ist als erstes Einsatzelement «innert weniger Minuten» am Unfallort, wie Krüsi sagt. Und kann den Beifahrer aus dem Auto befreien. «Er befand sich in kritischem Zustand und es musste das Schlimmste befürchtet werden», sagt Krüsi. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse habe der Rega-Helikopter nicht fliegen können. Der schwer verletzte Beifahrer wird deshalb mit der Ambulanz in ein umliegendes Spital gebracht. Dort verstirbt er nach kurzer Zeit.
Innerhalb einer Stunde nach dem Unfall meldet sich der Fahrer bei der Polizei, wie Krüsi sagt. Und wird an seinem Wohnort verhaftet. Sowohl Fahrer wie auch Beifahrer stammen laut Kantonspolizei aus dem Kanton Zürich. Es sei auch für ihn persönlich schwierig zu verstehen, dass sich jemand nach einem Unfall aus dem Staub mache, sagt Krüsi.
Es komme zwar vor, dass Unfallfahrer im ersten Schock umherirrten, statt die Polizei zu verständigen. Das sei im vorliegenden Fall aber nicht so gewesen. «Stand jetzt gehen wir davon aus, dass der Fahrer abgeholt wurde», sagt Krüsi. Ob allenfalls weitere Fahrzeuge vor Ort involviert waren, sei Gegenstand von laufenden Ermittlungen.
«Sicher nicht das erste Mal»
Die Vermutung, dass noch weitere involvierte Fahrzeuglenker vor Ort gewesen sein könnten, scheint aufgrund der Aussage einer Anwohnerin gegenüber «blick.ch» nicht abwegig. Gemäss ihr treffen sich bei Schneefall regelmässig mehrere Fahrzeuge auf dem Atzmännig-Parkplatz, um zu driften, häufig mit Zürcher Nummern. Auch gegenüber «20 Minuten» berichten Anwohner von regelmässigen lärmigen Schleuderaktionen spätabends oder nachts. Wobei das Phänomen gemäss einem älteren Anwohner seit Jahrzehnten existiert.