Millionenbau steht nur auf Zeit – wie nachhaltig ist das?
Der Weisse Turm in Mulegns ist eine Weltpremiere. Er ist das höchste Bauwerk, das aus dem 3-D-Drucker kommt. Das war nicht ganz billig: 4,4 Millionen Franken kostete der Turm. Gleichwohl bleibt das neue Wahrzeichen von Mulegns nur fünf Jahre stehen. So wurde es der Bauherrin, der Nova Fundaziun Origen, bewilligt.
Ist eine so kurze Lebensdauer nachhaltig, wollte darum SVP-Grossrätin Agnes Brandenburger-Caderas (Fünf Dörfer) von der Bündner Regierung wissen. Und warum darf der Weisse Turm nur für eine begrenzte Zeit Oberhalbsteiner Dorf stehen?
Die zweite Frage ist rasch beantwortet. Regierungsrat Marcus Caduff hat das in der Fragestunde der Junisession getan. Die Antwort lautet: «Eine längere Standzeit des Turms ist nicht mit der kommunalen Baugesetzgebung vereinbar.» Das Projekt wurde darum «bewusst als temporäre Kunstinstallation eingegeben, welche das Dorfbild nur über einen bestimmten Zeitraum prägen soll.» Nach fünf Jahren kann der Turm abgebaut und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden.
Baumaterial kommt wieder in den Kreislauf
Ob der Bau auch ökologisch ist, das hängt laut Caduff hauptsächlich davon ab, was mit dem Turm nach dem Abbau geschieht. Da beabsichtigt die Bauherrin eine Nachnutzung und die verwendeten Materialien sind kreislauffähig. «Positive ökologische Auswirkungen sind denkbar», sagte Caduff, «wenn sich die innovativen Betondrucktechniken, die material- und ressourcenschonender sind, durch das Projekt rascher verbreiten.»
Wie nachhaltig das ist, lässt sich noch nicht messen. Caduff zeigte sich aber überzeugt, dass der Bau positiv nachwirkt, und zwar in kultureller, sozialer, bildungsbezogener oder volkswirtschaftlicher Hinsicht.