Mehr als die Hälfte der Spirituosen aus Graubünden und Glarus falsch deklariert
Im Herbst untersuchte das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT) insgesamt 34 regional hergestellte Spirituosen aus den Kantonen Graubünden und Glarus. Gemäss einer Mitteilung des ALT vom Dienstag wiesen in Glarus zwei von fünf getesteten Spirituosen Deklarationsmängel auf. In Graubünden waren von 29 getesteten Produkten 19 mangelhaft. Alle Proben waren zwar frei von gefährlichen Stoffen wie Methanol und Patulin, doch bei zahlreichen Spirituosen traten Deklarationsfehler auf.
Mangelhafte Zutaten bei Eierlikör und Whiskey
In einigen Fällen wich der deklarierte Alkoholgehalt um bis zu 20 Volumenprozent von den Laborergebnissen ab. Bei einem Eierlikör stimmte der vorgeschriebene Eigelbgehalt nicht und ein Whisky enthielt unzulässige Zutaten. Zudem fand das Amt bei zwei Produkten irreführende Herkunftsangaben oder unzulässige Werbeaussagen.
Deutlich mehr Beanstandungen als 2020
Im Vergleich zur letzten Untersuchung im Jahr 2020 stieg die Beanstandungsquote. Damals deckte die Kontrolle bei 43 Prozent der getesteten Produkte Mängel auf. Dieses Mal gab es mit 62 Prozent deutlich mehr Fehler. Viele Hersteller hätten offenbar Schwierigkeiten mit der korrekten Deklaration des Alkoholgehalts, schreibt das ALT. Gerade bei kleinen Stückzahlen sei es empfehlenswert, den Alkoholgehalt durch ein anerkanntes Labor bestimmen zu lassen.