«Man kann nie genug mobilisieren»
Die Stände- und Nationalratswahlen sind passé. Drei Jungpolitikerinnen aus Chur, Felsberg und Seewis standen zum ersten Mal im Wahlkampf. Und obwohl sie nicht zu den Gewinnerinnen gehören, haben sie Einiges gelernt. Julia Müller und Flavia Aebli haben für den Nationalrat kandidiert, Géraldine Danuser zusätzlich noch für den Ständerat. Obwohl sie weder Partei noch alle Meinungen teilen, finden sie in einigen Themen den gleichen Nenner.
Géraldine Danuser kandidierte für die Jungen Grünliberalen, Julia Müller gehört zu den Jungsozialisten und Flavia Aebli vertritt die Jungfreisinnigen.
Die fehlende Plattform
«Gerade im Nationalratswahlkampf bekommt man als Jungpartei keine Plattform», sagt Ständeratskandidatin Géraldine Danuser. Es sei schwierig, Aufmerksamkeit zu erlangen. Julia Müller unterstützt diese Aussage. Man müsse selbst Jungpodien organisieren und sich untereinander absprechen. «Eine Ständeratskandidatur hebt gewisse Kandidaten natürlich hervor.»
«Die Jungparteien sind grundsätzlich da, um die grossen Parteien zu unterstützen», fährt Müller fort. Ihr sei es in erster Linie wichtig, dass viele junge Leute motiviert werden, wählen zu gehen. Ob genug mobilisiert wurde? «Man kann nie genug mobilisieren, gerade bei den Jungen.»
«Gleichzeitig ist es einfach spannend und lehrreich für uns, den Wahlkampf mitzuerleben», ergänzt die Jungfreisinnige Flavia Aebli.
Viel Zeit und wenig Freizeit
Politik sei gerade in jungen Jahren sehr zeitaufwendig. «Wir haben begrenzte Ressourcen. Man kann eine gewisse Anzahl Stunden investieren, aber irgendwann braucht man einfach Freizeit», schildert Julia Müller. «Für Politik muss man sich entscheiden. Und trotzdem muss man sich auf die Ausbildung konzentrieren. Dort müssen wir Abstriche machen, besonders bei der Mobilisierung von Jungen.»