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Graubünden

Neue Rega-Basis in Samedan ist auf wackeligen Beinen

Südostschweiz
05.07.2024, 20:16 Uhr
gestern um 16:30 Uhr

Die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) hat am Freitag ihre Pläne für eine neue Helikopterbasis auf dem Flugplatz in Samedan vorgestellt. Doch für das 15-Millionen-Franken-Projekt fehlt die Rechtssicherheit seitens des Regionalflugplatzes, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA schreibt. Seit Jahrzehnten hat man bereits versucht, die veraltete Einsatzbasis im Engadin zu erneuern, so die Rega in einem Communiqué. Jetzt könne die Erneuerung nicht weiter aufgeschoben werden. Auf dem Spiel stehe nicht weniger als die Sicherstellung der Luftrettung im Engadin. Weil bis Ende 2026 die Flotte der Rega erneuert werde, müsse spätestens bis dann ein neuer Hangar her. Sonst habe der neue Helikopter schlicht keinen Platz.

Grundsätzlich schien man sich einig zu sein. Im letzten Dezember entschied der Regionalflugplatz, das Bauprojekt der Rega zu etappieren und stellte auch gleich den dafür notwendigen Platz im Norden des Areals zur Verfügung, wie es weiter heisst. Darauf habe die Rettungsflugwacht die letzten Monate nach eigenen Angaben «mit grossem Aufwand» ein Bauprojekt erarbeitet.

Rechtssicherheit fehlt

Jetzt fehlt aber offenbar die Rechtssicherheit in Form eines fertig ausgehandelten und unterzeichnungsbereiten Unterbaurechtsvertrages. Weil das Land auf dem der neue Hangar zu stehen kommen soll nicht der Rega gehört, braucht es vertraglich festgelegte Konditionen, die die Landnutzung regeln, erklärte ein Sprecher der Rega auf Anfrage von Keystone-SDA. Seitens Flugplatz hiess es vergangene Woche, man bereite derzeit die notwendigen Entscheidungsgrundlagen für die zuständigen Behörden vor, um die weitere Planung und Realisierung der Ersatzneubauten etappiert anzugehen. Am Freitag konnte die Nachrichtenagentur Keystone-SDA seitens des Regionalflugplatzes niemand erreichen.

Es sei dringend, schrieb die Rega weiter. Die Rettungsflugwacht betreibt im Engadin nur diese eine Basis. Die Nächsten liegen in Untervaz und Locarno.

Flughafen Samedan – Bericht kritisiert Arbeit der Infra-Organe
Was ist in der Infrastrukturunternehmung Regionalflughafen Samedan (Infra) zwischen 2017 und 2022 vor sich gegangen? Dieser Frage ging eine externe Evaluation nach. Am Mittwoch wurde der Bericht in St. Moritz vorgestellt, wie die Infra mitteilte. Ein Befund: Die Projektunterlagen für die Abstimmung von 2017, bei der die Region Maloja einem 22-Millionen-Franken-Projekt zur Erneuerung des Flugplatzes zugestimmt hatte, seien mangelhaft gewesen. Aufgrund nicht wahrgenommener Aufsichts- und Kontrollpflichten der Gremien der Infra sei diese «schleichend in ein erweitertes Projekt ‹hineingerutscht›» – die Kosten hatten sich vervierfacht. Der Bericht empfehle Massnahmen zur Stärkung der Organisationsstruktur sowie zur Überwachung und Führung der Geschäfte. Kritik gab es gestern auch vom Infra-eigenen Kontrollorgan: Viele Empfehlungen des Organs seien nicht umgesetzt und der Dialog mit der Verwaltungskommission schleppend. (red)

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