Landrat will Flugplatz anders erschliessen als die Regierung
Gestern hat der Landrat heftig über die Flugplatzerschliessung debattiert. Nicht die Querspange Netstal, die nun in der Agenda der Regierung aufgenommen ist, sondern die neue regierungsrätliche Idee zur weiteren Flugplatzerschliessung sorgte für Aufregung. So schlägt die Regierung überraschend eine Erschliessung über den Rollweg mit Anschluss bei der Querspange vor. Dies anstelle eines Ausbaus der Netstalerstrasse mit direktem Anschluss des Flugplatzareals, wie im Strassenprogramm 2020 und in der Budgetdebatte im Dezember im Landrat beschlossen. Wie die Regierung in ihrem Zusatzbericht darlegt, ist sie neu gegen den Ausbau der Netstalerstrasse, da nicht «zielführend» und zusätzlichen Verkehr anziehend. Der Kanton sei mit Glarus Nord bezüglich dieser Themen in intensiven Gesprächen.
Wie bisher geplant ausbauen
Thomas Kistler (SP, Niederurnen) nahm dazu Stellung, explizit auch als Gemeindepräsident. Von intensiven Gesprächen des Departementes Bau und Umwelt mit der Gemeinde könne keine Rede sein. Stattgefunden habe eine Präsentation der neuen Idee. Und: «Wir waren davon so überrascht, dass wir alle sprachlos waren und über einen Monat brauchten, um uns richtig zu erholen», so Kistler.
Er beantragte, diesen Punkt des Legislaturprogramms zurückzuweisen und mit der Planung der Spange Netstal auch die Verbindung zwischen Spange und Flugplatz Mollis über die heutige Netstalerstrasse zu planen. Denn der neue Vorschlag sei unverständlich. Zwei parallele Strassen nebeneinander sei Ressourcenverschwendung. Beide seien zu eng fürs Kreuzen von Lastwagen. Das Verfahren mit dem Bund zur zivilen Nutzung des Flugplatzes stehe kurz vor dem Abschluss. Dabei sei auch die Erschliessung des Flugplatzes über die Netstalerstrasse vorgesehen. Die Investoren, also konkret Kopter, warteten auf ihre Baubewilligungen. Und: «Es sei alles zu unternehmen, um ihnen Planungssicherheit zu geben.»
«Mit jeder Faser meines Körpers unterstütze ich Thomas Kistler», schloss sich der frühere Gemeindepräsident von Glarus Nord, Martin Laupper (FDP, Näfels), an. Man könne nicht plötzlich Spielregeln ändern. Das Risiko, bei der Entwicklung des Flugplatzes wieder auf Feld eins zurückgeworfen zu werden, sei gross. Kopter wolle 2022/2023 produzieren. Es gehe um 500 bis 600 Arbeitsplätze. Simon Trümpi (SVP, Glarus) unterstützte ihn.Die Entwicklungschancen des Flugplatzes seien zu packen.