Kirchenerneuerung stösst auf Opposition
Eine Gruppe engagierter Kirchbürger hat ihren Widerstand angemeldet: Sie will verhindern, dass für 4,75 Millionen Franken die reformierte Kirche in Rapperswil aussen und innen erneuert wird. «Wir verstehen nicht, dass innert Jahresfrist der Baukredit um knapp eine Million Franken erhöht und dies den Bürgern nicht ausreichend kommuniziert wurde», sagt Johanna Krapf im Namen der Gruppierung.
An der Kirchbürgerversammlung 2018 sei ein Grobkonzept aufgelegt worden, das beim damaligen Stand der Abklärungen die Projektierungsreife noch nicht erlangt haben konnte, rechtfertigt Beatrix Bock. Die Präsidentin der reformierten Kirchgemeinde Rapperswil-Jona sagt, erst mit dem Projektierungskredit hätten die Planungen, die Kosten sowie die finale Ausarbeitung des Projektes in Angriff genommen werden können. «Uns ist ausserdem wichtig, dass wir die exakten Kosten ermitteln und im Nachhinein nicht mit einer Nachforderung kommen müssen», führt Bock aus.
Infrastrukturen hinterfragt
Die Gegnerschaft kritisiert nicht nur die hohen Kosten. Sauer ist der Gruppe ebenso aufgestossen, dass die Gegner des Baukredits in der Abstimmungsbroschüre nicht zu Wort kommen. Eine «Gruppe Gegner» habe sich bisher gar nicht manifestiert, konstatiert Bock: «Vereinzelte Personen haben sich zu Wort gemeldet oder Briefe geschrieben. Daher konnten wir auch keine Gegner einbeziehen.»
Das sehen die Opponenten anders. Die Gruppierung hinterfragt zudem, ob die Kirchgemeinde überhaupt zwei Gotteshäuser brauche, die beide mit der vollen Infrastruktur für Kirchencafé und Kinderhütedienst ausgerüstet sein müssen. «Die Kirchgemeindemitglieder haben sich klar dafür ausgesprochen, dass wir die Kirche Rapperswil erhalten und weiterhin benützen wollen», sagt Bock. Bei Hochzeiten fehle der Apéroraum, bei Taufen gebe es keine Ausweichräume für die kleinen Kinder, bei Abdankungen fehle ein Rückzugsraum für die Trauernden, bei Konzerten ein Vorbereitungs- und Materialraum.
Einen Ort der Begegnung schaffen
Johanna Krapf fragt an, ob Gottesdienstbesuchern in Rapperswil der kurze Spaziergang hinüber ins Kirchenzentrum EZRA nicht mehr zugemutet werden könne, bevor sie Kaffee trinken oder einen Apéro geniessen dürfen – dies erst recht angesichts einer sinkenden Zahl von Kirchgängern. «Kirchencafés ermöglichen Gespräch und Begegnung nach dem Gottesdienst. Eine Kirche mit zeitgemässer Infrastruktur wird auch automatisch attraktiver als Ort der Begegnung und Besinnung», entgegnet Bock.