«Und das funktioniert?»
Vergangene Woche fand ein «Davos AI-Bootcamp» der Stiftung Schweizerische Text Akademie statt. Bei dem viertägigen Intensivtraining sollen sich Fachleute aus Marketing, Kommunikation und Journalismus die Grundlagen neuer KI-Berufe, wie etwa jener eines «AI-Writers», aneignen. Am Mittwochabend waren sie und eine interessierte Öffentlichkeit zum Vortrag «Kann KI Film?» eingeladen. Die Antwort gaben die Initiatoren des Projektes «Wolfseisen» Peter Beeli und Mark Chardonnens gleich selbst: «Ja, wir nennen es: KInema». Der eine ist Gründer der Marketingagentur «Brandnew AG» und Autor des zu verfilmenden Textes. Der andere ist Gründer von «Innofactory» und das technische Rückgrat des Vorhabens. Verfilmt werden soll Beelis Buch «Wolfseisen». Der Roman spielt in Davos – wenn wundert angesichts des Namens des Autoren? – des 15. Jahrhunderts. Der im Zytglogge-Verlag erschienene und von Davos Kultur unterstützte Roman, erzählt vom Sterben und Leben in der Landschaft zu Beginn der Kleinen Eiszeit, als die Sommer kalt und die Winter kälter wurden. Entsprechend trägt das Buch den Untertitel «Davoser Totenreigen».
Mehr als nur ein Film
Es soll nun also verfilmt werden. Reale Schauplätze oder Schauspielende sind dabei nicht vorgesehen. Der Computer erzeugt Szenen wie Figuren und animiert sie. Es soll aber nicht einfach ein Film entstehen, wie man es sich gewohnt ist. Das Projekt soll gleichzeitig Möglichkeiten erkunden und einen Vorgeschmack auf Kommendes geben. An der Entstehung des Produktes sollen nicht nur die beiden Initiatoren, sondern eine ganze Gemeinschaft an Interessierten beteiligt sein. Vorstellbar ist, dass die Geschichte weiterentwickelt und aus einzelnen Figuren neue Erzählstränge entstehen oder dass Zuschauende – soweit man sie noch als solche bezeichnen kann – gewisse Handlungen ausführen müssen, um in der Geschichte weiterzukommen. Allerdings ist das alles noch sehr utopisch, wie Beeli und Chardonnens immer wieder betonen. «Wir wissen auch noch nicht, wohin das führen wird. Doch in den beiden Monaten nebenamtlicher Zusammenarbeit sind wir schon sehr weit gekommen.» Soweit, dass Fernsehen SRF bereits Interesse angemeldet hat.