Zwei Glarner schnipseln ein Büsibuch, aber ohne Jööö
von Denise Aepli
Wenn Claudio Landolt nicht fürs SRF als Musikredaktor tätig ist, musiziert und schreibt er. Er experimentiert auch gerne mit Wörtern und hat auch ein Lieblingswort. Es wechselt aber ständig: «Jetzt gerade ist mein Lieblingswort ‹Büsi›. Die Bezeichnung ist eigentlich viel zu witzig für das, was ein Büsi ist. Das Wort Büsi ist eine absolute Verkitschung und wird dem Wesen der Katze nicht gerecht.» Das Unheimliche und das Unbändige einer Katze, die durch die Welt wandelt wie ein mystisches Wesen – das hat der 39-Jährige versucht lyrisch auszudrücken, als er für das Buch «Circa 244 Knochen» Texte seziert und neu zusammengesetzt hat.
Was Claudio Landolt mit den Texten machte, tat Marcel Moser mit den Bildern aus denselben Büchern. Das Visuelle reizt ihn, er fotografiert, zeichnet, schneidet und klebt. Zu Hause hat der 44-jährige Unternehmer eines Bike- und Wanderwegbau-Betriebes viele Magazine und Bildbände, aus denen er immer wieder neue Collagen, zum Teil auch mit eigenen Fotografien und Zeichnungen, kreiert hat.
Statt Bilder im Internet zu suchen und digital zusammenzusetzen, bevorzugt Moser Bücher und Schere: «Das Spannende ist die Beschränkung auf wenige Bilder und der Reiz, mit den Händen etwas Neues zu erschaffen und Bilder aus ihrem ursprünglichen Kontext zu nehmen.»
Bei den Katzencollagen hat er nur schwarz-weisse Katzenbilder ausgewählt: «Durch das Schwarz-Weisse wird die Katze nicht kitschig oder verniedlicht.» Moser präsentiert ein paar Collagen an der Buchvernissage mit dem Hellraumprojektor: «Bei künstlerischen Tätigkeiten setze ich gerne auf analoge Werkzeuge, da ich mich in meinem Arbeitsleben viel mit digitalen Hilfsmitteln auseinandersetzen muss.»