Käfer und Trockenheit machen den Wäldern schwer zu schaffen
Den Wäldern der Region bleibt derzeit kaum etwas erspart: Die lang anhaltende Trockenperiode letztes Jahr hat viele heimische Baumarten stark geschwächt. «Der Wald konnte sich von der Trockenheit im letzten Jahr noch nicht erholen», sagen die Revierförster unisono. Stark betroffen von den Spätfolgen seien etwa Fichten, Buchen und Tannen. Das sagt Albert Bianchi, Revierförster in Benken, Schänis Süd und Uznach.
Dieses Jahr gab es laut Reto Bless, Förster im Revier Kaltbrunn-Schänis Nord, zum Glück ab und zu Niederschläge. «Diese fielen jedoch meist nur kurz und in geringen Mengen.» Der Waldboden benötige eindeutig mehr Niederschläge, denn: «Zuerst nimmt die Oberfläche des Kronendachs, also die Blätter, Nadeln, Zweige und Äste, Wasser auf. Ein Grossteil davon verdunstet aber wieder, ohne den Waldboden überhaupt erreicht zu haben.»
Drittel der Jahresmenge im August
Dem stimmt Bianchi zu: «In den tieferen Schichten des Waldbodens fehlt es nach wie vor an Wasser.» Auch Manuel Gmür aus Amden sagt, obwohl es dieses Jahr mehr Niederschlag gegeben habe als im Extremjahr 2018, sei immer noch ein Defizit vorhanden: «Die Messstation Bärenfall in Amden zeigt momentan 571 Milliliter Niederschlag an. Das ist knapp ein Drittel des durchschnittlichen Jahresniederschlags – und es ist Mitte August.» Dasselbe Bild in Goldingen und St. Gallenkappel: «Auch mir sagen verschiedene Quellenbesitzer, dass die Quellen sich noch nicht vollständig erholt haben und daher teils immer noch weniger Wasser bringen als normal», sagt Erich Rüegg.
Immerhin: Seitdem das Sturmtief «Vaia» Ende Oktober 2018 in den hiesigen Wäldern beträchtliche Schäden angerichtet hatte, sei die Region von grösseren Stürmen weitgehend verschont geblieben. Ende Januar schlug dafür ein anderes Winterphänomen zu: «Viel Schnee und warme Temperaturen führten dazu, dass extrem viel Nassschnee auf den Bäumen lag. Das hatte zahlreiche Kronen- und Stammbrüche zur Folge, teilweise stürzten auch ganze Bäume um», berichten Bless und Rüegg.